Band 
Erster Band.
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Knebel's Nachlaß.

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um jedes dritte Wort! Hätte man den arme» Jacob» doch lieberweiterschlafen lassen. — Ganz eben so, und wohl noch viel ärger,macht eS Glenn. Wenn er einmal die Schleichen seiner Freundschaftund Liebe aufgezogen hat, so stürzt das Gewässer gleich einem Wald-strom fort, daß eS alle Zuhörer betäubt. Er nennt in einem einzi-gen Briefe wohl zehnmal Knebel seinen Kleist. Er stellte ihn amEnde hoch über Kleist, und setzt beinahe mit einem Schwur hinzu:„Wahrlich, mein lieber Knebel, ich kann nicht schmeicheln, irnd wennich's kann, so sollen alle Musen ewig weine Feindinnen seyn. Aber ichmuß eS sagen, daß Sie den Meister übertreffen, wenn Sie so fort-fahren." — Aber auch gegen andere fließt alles von Zärtlichkeit über;alle werden gelobt und gepriesen, die ihm nur in den Weg kommen.Knebel nennt er seinen Kleist, Uz seinen Horaz, Michaelisseinen Pope, Schmidt seinen Petrarch und Jacobi (JohannGeorg, den Dichter) sein Alles in Allem. Mendelssohn wird nurkurzweg „der große Mann" genannt, und B o ie heißt der permanenteIntendant des Parnasses. Vielleicht thut er das aber nur, weil ermit allen Menschen in Frieden leben will, und dies Verfahren fürdas beste Mittel dazu hält. In der That wird man schwer einenMann aus jener streitsüchtigen Zeit nennen können, der sich mehr vorallen Fehden zu hüten, gesucht hat, als Gleim. Diese litterarischenHändel waren ein Gräuel in seinen Augen. „Es ist ein wahrer Jam-mer," schreibt er an Knebel, „daß sogar die Wielande und Jacobi demKitzel nicht widerstehen können, durch Streitkolben berühmt zu wer-den. Ich ricth so ernstlich davon ab, aber eS hat nichts geholfen.Ich werde mich sehr hüten, an irgend einem solchen Spectakel auchnur auf die entfernteste Weise Theil zu nehmen." Diese Scheu vorHändeln ging nicht bloß aus seiner Liebe zum Frieden, sondern, wasbei Gleim merkwürdig ist, aus Misanthropie hervor. So munterund freundlich, so zufrieden und lebensfroh er war, so blieb er dochmit den Menschen im Allgemeinen sehr unzufrieden. „Ich habe siezu boshaft gefunden," sagte er, „wer mag mir'S verdenken, daß ichmit ihnen nicht zufrieden bin."

Noch mag es gegönnt seyn, ein Wort über die vielen eingestreu-ten Verse, ja ganzen Gedichte jener Briese zü sagen. Sie sind Kin-der des Augenblicks, und, auch wenn sie von Meistern kommen, ohneFeile und Vollendung. Für einen Freund mögen sie immerhin mit-gehen, waö geht da nicht alles mit. Aber für Briefe, die der Ocffent-