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Erster Band.
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Knebel's Nachlaß.

lichkeit, die der Nachwelt bestimmt sind, dürsten die meisten von ihnenimmerhin zur Seite gelegt werden.

Aus den beiden hier mitgetheilten Briefen von Friedrich Jacobiwollen wir hier nur einer Stelle über die Eitelkeit gedenken, überdieses nicht bloß unter den Damen, sondern unter allen Menschen-kindern, ganz besonders aber unter den Autoren so reichhaltige Kapitel:„Ich kam vor einiger Zeit mit Klopstock über Lavater zu reden.Mein Freund Lavater, sagte Klopstock, ist sehr eitel, der guteMann weiß selbst nicht wie sehr. Einige Tage darauf erwähnteGoethe einer gewissen Dame, die Herder der Eitelkeit beschuldige,und sich deßwegen nicht mit ihr vertragen könne, offenbar, sagteGoethe, weil Herder selbst der eitelste unter allen Menschen ist.Was da Goethe von Herder sagt, sagt wieder ganz Deutschlandvon Goethe. Es heißt sogar, er sey aus Eitelkeit und Hochmuthzum Narren geworden. Wie aber, in diesem Punkte, von Wielandund Klopstock geurtheilt wird, ist Niemand unbewußt, und vonLessing heißt es gar, er habe sich aus Eitelkeit dem Teufel ver-schrieben. Nun frag' ich, ob wir alle schuldig oder ob wir alle un-schuldig sind?"

Zu den interessantesten und lehrreichsten Briefen dieser Samm-lung gehören die von Boie. Dieser wackere Mann muß als einerder ersten Beförderer der schönen Literatur Deutschlands angesehenwerden, obschon er, durch eigene Arbeiten, nur sehr wenig zu ihrerAufnahme beigetragen hat, desto mehr aber durch Anregung andererGeister zn demselben Zwecke. Boie war zum Herausgeben von Zeit-schriften geboren, und er ließ sein Talent nicht unbenützt liegen. Schonin seinem zwanzigsten Jahre vereinigte er sich zu Göttingen mitGötter zur Herausgabe des ersten deutschen Musenalmanachs,und indem er Bürger, Voß, die Grafen Stollberg, Hölty,Knebel. Ramler u. a. für diesen Almanach gewonnen hatte, gaber demselben eine Vollendung, deren sich nur wenige seiner in derFolge so zahlreichen Nachahmer rühmen konnten. Er gab auch spätermit nicht minterm Glücke das „deutsche Museum" durch dreizehnJahre heraus, und starb endlich, allgemein geehrt, im I. 1806 imzweiundsechzigsten Jahre seines Lebens, als Etatörath in Holstein,seinem Vaterlande.

In den gegenwärtigen Briefen finden sich besonders viele gedie-gene Urtheile über die vorzüglichsten Dichter seiner Zeit, meistens nurhingeworfen, oft kühn und rücksichtslos ausgedrückt, aber größtentheilS