Band 
Erster Band.
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Knebels Nachlaß.

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von der Folgezeit bestätigt. Wir führen nur einige der prägnantestenAussprüche dieser Art an. „Von Madam Karschin," sagte er,„kenne ich mehrere recht artige Sachen, aber das meiste, wassie macht, kann man nicht brauchen. Es ist oft so gemein, so alltäg-lich, daß man nicht begreift, wie eine Frau, die wirklich Genie hat,so schreiben kann. Sie will auch keine Kritik vertragen, und Nie-mand braucht sie doch so sehr als sie. Wenn sie nicht in sich geht,gebe ich alle Hoffnung auf. — Kästner macht mitunter trefflicheSinngedichte, aber das Aals pluru der Epigrammatisten trifft beiihm in hohem Grade ein. Ihm fehlt nichts als Geschmack, und eSist schade, daß er diesen mit seinen andern großen Talenten nicht ver-bindet. — DeniS läßt mich bedauern, daß dieses glückliche Geniekeinen denkenden Kunstrichter oder kälteren Freund um sich hat, derihn auf übertriebene Nachahmungen Ossian'ö auf Sprache, Correktheit,Sylbenmaß u. f. aufmerksam macht, und ihn besonders die Kunst lehrt,nicht alles zu unternehmen, und aufzuhören, wenn eS Zeit ist. —Haben Sie Wieland'S Grazien schon gelesen? Es ist erstauncnS-werth, daß er so viel und so gut zugleich schreiben kann. Dieß seinneuestes Werk scheint mir vollendeter in seiner Art, als irgend einvorhergehendes. Die Sprache ist feiner und das Ganze mehr aus-gearbeitet. Aber leer — wird der steife Leser sagen. Ich fürchte

jedoch, es ist an manchen Stellen noch zu voll und zu gelehrt, fürdie große Welt nämlich, für die es geschrieben ist. — Was Klop-stock betrifft, so wissen Sie schon, daß Sie es mit mir als mit einemEnthusiasten zu thun haben. Ihnen ins Ohr will ich also sagen,daß ich Klopstock für den ersten und beinahe für den einzigenDichter unserer Nation halte. — Ramler ist ein sehr correkter,harmonischer, feuriger — Nachahmer des Horaz. Wo aber ist beiihm eine Spur von dem großen, ungestümen Feuer, das uns beiKlopstock hinreißt? Das thut nur der wahre Poet, und von solchenhat nicht einmal jedes Jahrhundert einen. K. ist wohl nicht ohneFehler, welches Original hätte diese nicht? Aber schwerlich hatte jeein Original so viel Geschmack. ör«!vi8 esse luboro, odsourus llo,so geht es ihm oft. Er sucht die Sprache der Poesie von jener derProsa zu unterscheiden, und sucht eS vielleicht zu sehr. Die Berlinermachen ihm den Vorwurf, er sey zu hart, zu unharmonisch. Aberman braucht ihn nur etwas mehr zu studiren, als sie bisher gethanhaben, um die Ungerechtigkeit des VorwurfS zu fühlen. Klopstockist viel bestimmter in stiner Prosodie, als selbst Ramler, wie ichLittrow i. 21