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Spazier, Jean Paul Richter.
und verstandloser Formen ertödten muß, und für die eben dadurchauch die Zukunft öde und dürre seyn wird!
Noch in demselben Jahre 1779 starb sein Vater, und das Re-sultat dieses Ereignisses war für den Jüngling ein zehnjähriger Kampfmit der bittersten Armuth. Der Vater hatte fünf lebende Söhne undviele Schulden hinterlassen. Auch die Eltern der Mutter unseresDichters starben bald darauf, und hinterließen kein Vermögen. I. P.schien sich um diese Aenderung seiner Stellung in der Gesellschaft an-fangs wenig zu kümmern, da seine kleinen Bedürfnisse des Lebens baldbefriedigt waren, und er von den ihn nun in großer Anzahl umge-benden Büchern zu sehr beschäftigt wurde. Obschon anfangs vonseinen Mitschülern wenig berücksichtigt, weil er noch zu sehr nach demDorfe roch, gewann er sich doch bald eine Art von geistiger Ober-herrschaft durch seine größeren Kenntnisse und noch mehr durch seineLust, sie durch Mcktheilung in der Gesellschaft geltend zu machen.Er machte in der That sehr gern den Sprecher bei jeder sich anbie-tenden Gelegenheit, und dabei war ihm eben nur darum zu thun,sich auszusprechen, unbekümmert, ob auch vor dem rechten Auditorium.„Mir ist am Ende," sagte er selbst, „die Gesellschaft einerlei, vorder ich mich ausströme, auch waS von meinen Worten verloren gehtoder mißverstanden wird: ich will nur mich selbst in mir selbst durch-leben und mich froh ausreden."
Son der Sentimentalität jenes schmerzlichsüßcn wertherisirendenund siegwartisirenden Zeitalters, dem nur wenige Jünglinge und Mäd-chen entgingen, wurde unser Paul, seiner ungemeinen Empfänglichkeitfür Dinge ähnlicher Art ungeachtet, doch nur wenig ergriffen. UnserVers. scheint davon I. S. 139 den wahren Grund angegeben zuhaben.
Bereits in dem Jahre 1780 regte sich in ihm die Lust, alsSchriftsteller aufzutreten. In diesem seinem siebzehnten Jahre schrieber zwei Abhandlungen. „Wie unser Begriff von Gott entstandenist," und „von der Harmonie zwischen wahren und irrigen Sätzen."Beide blieben Manuskript, wie man leicht denken kann. Auch findensich aus demselben Jahre noch mehrere bloß angefangene Aufsätze überGegenstände der Naturwissenschaften, durch welche er wahrscheinlichvon jenen sentimentalen Possen abgezogen wurde. Eigentlich wurdeseit diesem Jahre seine schriftstellerische Thätigkeit bis an daö Endeseines Lebens, also volle 45 Jahre, nicht mehr unterbrochen, wie wir