Band 
Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

drei dringende Briefe Richter's sammt seinem beiliegende» Mann- >scripte auch nur mit einer Sylbe zu erwiedern, wenigstens fand man 'in den hinterlassenen Papieren nichts dergleichen vor, obschon sie später ^sich mit einander in einer gewissen Freundschaft verbunden hatten. ^Auch bei Wieland hatten zwei anonyme Briefe dieser Art dasselbeSchicksal. Die Bekannten und Verwandten in Hof waren auch größ-tentheils seine Gegner, da er seine auffallende Kleidung nicht ablegte,und durch seine oft zu scharfen Witzworte die andern gegen sich auf-brachte. Dieser Umstand und wohl noch mehr seine Armuth, die sichschon in seinem Aeußern verrieth, hielt ihn auch fern von den ge-wähltem Gesellschaften und höher» Beamten, die in Hos die großeWelt vorstellten.

Im Jahre 1787 nahm er eine Hauslehrerstelle bei einem benach- !barten Edelmann an, wodurch wenigstens der drückendsten Noth abgc- ^holfcn ward. Er fand den Zögling nicht nach seinem Wunsch, undmachte sich bald in der neue» Umgegend durch seine zu freien religiösenAnsichten verdächtig, was ihm wieder Verdrießlichkeiten zuzog. Auchschien nun endlich doch die Zeit zu kommen, wo er von seinen satyri-schen Aufsätzen, die er so oft vergebens angeboten hatte, etwas ge-druckt würde sehen können. Buchhändler Beck mann in Gera trugsich dazu an. Allein da entspannen sich wieder Kämpfe, weil Richtersein Buch durchaus in Quartformat gedruckt haben wollte, wogegender Verleger seine kaufmännischen Gründe vorbrachte. Auch über denTitel konnten beide lange nicht einig werden. Endlich kam manüberein, das Buch „Auswahl anS des Teufels Papieren" zu nennen.Aber eS lag doch noch volle zwei Jahre, bis eS gedruckt wurde. >

Richter hatte sich schon seit längerer Zeit das Kaffeetrinken soangewöhnt, daß er nicht mehr schreiben konnte, ohne eine gute Mengedieses Getränkes zu sich genommen zu haben. Er zog sich dadurchEngbrüstigkeit und Hypochondrie zu, die ihn beide tief ins Leben ver-folgten. — Um diese Zeit entstand auch, neben seinen immer wach-senden Collectaneenbüchern, das sogenannte „Mitwörterbuch," oder 'eine Sammlung von verwandten Ausdrücken desselben Begriffs, dessen .er sich bei allen seinen spätern Arbeiten häufig bediente, damit er ,jedesmal den rechten bildlichen oder schlagenden Ausdruck zu Gebotehaben möchte. So hieß eS z. B. für den Begriff „besser werden"auch noch: genesen, zuheilen, heil werden, grünen, reisen, erstarke», >anziehen, flügge werden, vorrücken «. s. Auf diese Weise hatte er