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Spazier, Jean Paul Richter.
selbst zu sichtbaren Sachen erhebe, und weil unser Vorstellen mehr !ein inneres Sehen als ein inneres Hören sey." — Er war zu sdieser Meinung offenbar durch seine eigene Gewohnheit, alles nieder- fzuschreiben, gebracht worden. Aber waS sür ein Feldherr, Sachwalter loder Arzt würde der seyn, der nur dazu erzogen würde, seine Ideen :auf dem Papiere auszuspinnen. Wie viel hat selbst, wie der Verf. ;mit Recht sagt, unsere ganze moderne Bildung an Frische und Kraft ,verloren, seitdem wir von dem öffentlichen Leben der Griechen undRömer aus das Zimmer und auf unsere Bücher zurückgedrängt worden :sind. Wie viele neue, ätherische Gedanken mögen dem Talente vcr- >loren gehen bloß dadurch, daß eö, ehe eS zu dem Auedruck derselbenkommen kann, zuerst die andern langsam niederschreiben muß. Auch ispricht eine große Autorität gegen ihn: Göthe, der nichts schrieb,der alles dictirte, und bis auf den kleinsten Reim erst in sich selbst sausarbeitete. — Es scheint übrigens nicht, daß die Kinder in dieser «gewiß ganz neuen Schule eben so viel gewonnen hätten, dafür gewann ?aber Er für sich selbst desto mehr. Diese Schule war eS, die den tlange gehegten und doch nur dunkeln Gedanken, einen pädagogi- lschen Roman zu schreiben, in ihm lebendig gemacht hatte. Erhatte dabei die Absicht, die wirklichen Wesen seiner Schule zu denideellen Stoffen einer Dichtung zu erheben. — UebrigenS waren seinegeselligen Verhältnisse in Schwarzenbach zu den angenehmen zu zählen,auch besuchte er beinahe wöchentlich die nahen Freunde und Freun-dinnen in Hof, welche letztere er besonders auf eine edle, sein Ge- .müth ehrende Weise zu cultiviren suchte. Auch knüpfte sich in diesen iJahren die wahrhaft seltene Freundschaft zwischen ihm und Otto, den ?er doch als Schulknabcn schon gekannt, aber jetzt erst völlig erkannt ^hatte. Otto scheint sich ihm ganz hingegeben, und seiner Freund- sschaft zu Richter'» Opfer gebracht zu haben, wie sie selbst bei den,edelsten weiblichen Seelen wohl nur selten gefunden, werden. Von sihm haben wir auch den interessanten Briefwechsel, der im I. 1831 >die Leser so mächtig angezogen, und uns I. P. zuerst vyn der wahrenSeite kennen und schätzen gelehrt hat. — Hier verfaßte er auch, nebsteinigen andern kleinern Schriften, sein „Schulmeisterlein Wnz," gleich-sam daö Vorbild der ganzen Reihe von Romanen, die nun bald ausseinem reichen Geiste hervorquellen sollten. In dieser Schrift cntschlnger sich das erste Mal der Satyre, sür die er so lange geboren zu sseyn glaubte, und überließ sich dafür ganz den menschenfreundlichen,wohlwollenden Gefühlen, die bei ihm in so hohem Grade rege wurden,