Band 
Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

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es nicht unsere Schuld seyn, die wir nur zu berichten haben, und ausMangel an Autopsie nicht im Stande sind, das Gesagte entweder zubestätigen oder auch zu widerlegen. Immer muß indeß vorausgeschicktwerden, daß der Vers. des gegenwärtigen Werkes gegen Göthe ein-genommen scheint, ob mit Grund oder nicht, mag ebenfalls dem Leserüberlassen bleiben. Schon im früheren ließ er nicht leicht eine Gele-genheit vorüber, diese seine Meinung abzusprechen, vbschon immermit hoher Achtung für das auch von ihm anerkannte große und selteneTalent. Dahin gehört z. B. der Ausfall l, S. 79, wo er die kind-lich unschuldige Liebe Richter'S zu seiner August ine mit dem Be-tragen Göthe'ü gegen seine erste „Herzensprinzeffm" vergleicht; wieer idiä. S. 97 aus den günstigen LebcnSverhältnissen, deren Göthesich erfreute, den Schluß zieht, „daß dafür aber auch der Maßstabdesto strenger seyn müsse, der an das Resultat eines so langen, har-monischen Lebens zu legen ist;" ferner S. 154 die Bemerkung, „daßdie große Verehrung Göthe'S durch seine Zeitgenossen meist nur vonden Erinnerungen an die ersten heftigen, durch ihn (nämlich durchseinen Werther) veranlaßten Jugendeindrücke bestimmt wurde" u. dgl.Endlich ist auch ein großer Theil dieser Bemerkungen unmittelbar ausden Briefen der Mas. Kalb genommen, daher wir sie sorgfältig vondenjenigen unterscheiden wollen, die von dem Vers. selbst gegeben wer-den. — Der letzte macht zuerst darauf aufmerksam, daß unter dengelehrten Herren in Weimar nicht eben die beste Harmonie herrschte,besonders seit der Begründung der- Hören im Jahre 1795, woGöthe sich mit den Jenensern, Schiller, Humboldt, Fichte rc.vereinigte, und öfter als Kritiker und Tonangebcr auftrat. Da sichdiese Herren zugleich der Jenaer Lit.-Z. sich bemächtigten, so konntees an Parteiungen richt fehlen, besonders da Wieland seinen „deut-schen Merkur" ebenfalls rüstig fortführte. Allerdings waren dieseSpaltungen, bis zur Erscheinung der Lernen, keine öffentlichen, abersie brachten doch schon einen gereizten -Ton in die Privatvcrhältnissezu Weimar, und man bemerkte bereits aus dem Briefwechsel zwischenGöthe und Schiller, daß beide mit einer Art von Verachtungauf die übrigen hercbsahen. Göthe scheint übrigens besonders demHerzog, und Wielcnd der Herzogin Mutter, Amalie, befreundetgewesen seyn. Am unglücklichsten stand Herder da, der gefesselt vonamtlichen Rücksichten seinem Genius den freien Lauf nicht lassen konnte,und eben so wenig Aöthe'n mochte, als er an Wieland'S Frivoli-tät Freude hatte. Auch in Beziehung auf unsern Richter war die