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Spazier, Zean Paul Richter.
Spaltung bemerklich. Herder und Wieland nahmen seine Partei,während G. und Sch. sich gegen Richter erklärten, nur Sch. offenund G. umsichtig, und sich einen möglichen Rücktritt offen haltend.Göthe bemerkte sehr bald den Enthusiasmus, den R. in Weimar,besonders unter den Frauen, erregte, und er wußte, was der sür sichhat, der die Frauen zu gewinnen weiß. Deshalb hat er schon vorRicht er'S Ankunft, fährt unser Vers. fort, den Bund mit Sch., undzwar mehr aus egoistischer Politik, als aus Herzensneigung und imGefühl gemeinsamen StrebenS, geschloffen, wie man auS dem ganzenVerlaufe des Briefwechsels zwischen G. und Sch. sehen soll. DiesePolitik habe G. gelehrt, dem jugendlich kräftigen Nebenbuhler lieberdie Hand zu reichen und die Herrschaft über die VolkSgunst mit ihmzu theilen, ehe sie von diesem ihm ganz streitig gemacht würde. Hier-nach wären denn auch die bekannten Stellen in dem erwähnten Brief-wechsel über Richter zu beurtheilen. Als G. die „unsichtbare Loge"von Richter erhielt, nahm er davon keine Notiz, und als ihm der„HeSperuS" zugeschickt wurde, sandte er denselben an Schiller mitden Worten: „Hier ein Telegraph (Bockhirsch) erster Sorte" — nachseiner klugen Weise das Urtheil Schiller's, den er durchaus leitete,halb bestimmend, halb erst eines von ihm erwartend. Schiller waraber damals zu viel mit andern Dingen beschäftigt, und es fehlteihm zu sehr an der universellen Empfänglichkeit besondes für das Ko-mische und den Humor, so wie an einer tiefen und umfassenden Bil-dung, um auf das ihm ganz neue Geistesprodukt eingehen zu können.Doch urtheilte er nicht eben ungünstig von demselben, und dieß sollG. bestimmt haben, einzulenken, und mit den Versicherungen allenwettern Erörterungen auszuweichen, daß eS Schade sey, wenn derMann so isolirt lebe, und deshalb, bei manchen guten Partien seinerIndividualität, nicht zur Reinigung seines Geschmacks kommen könneu. dgl. In solchen Widerspruch, fährt der Verf. fort, setzen sichdiese beiden Männer mit ihrer Zeit, der sie doch so weit vorgeeilt zuseyn meinten. Es sey keine Frage, daß G. in dieser Epoche unheil-voll auf Sch. eingewirkt habe, indem er ihn aus Egoismus in seinenKreis bannte, lediglich um von ihm zu profitiren. Denn Sch. wärees gewesen, der ihm durch fortgesetzte Reflexionen auf den Mangelalles höher» philosophischen Interesses in „Wilhelm Meister" unddie daraus entstehende Leere aufmerksam machte, worauf bekanntlichG. kluger Weise die weiter» Verhandlungen über diesen Roman ab-brach und seitdem für Schiller's Arbeiten kaum mehr als ein allge-