Spazier, Jean Paul Richter.
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mein lobendes Wort finden konnte. — Diese Betrachtungen werdennoch weiter ausgesponnen, und S. 15 sogar nicht undeutlich dahingeführt, daß W. Meister aus der fünf Jahre früher erschienenen „un-sichtbaren Loge" entstanden seyn möchte (!), sa daß selbst Titan undFaust in eine ähnliche Relation gestellt werden, wao wohl von Nie-mand, der diese bier in Rede stehenden Schriften näher kennt, demVers. nachgesagt werden wird. ES ist daher äußerst bedeutsam, setztderselbe Vers. hinzu, daß G. und Sch. von der mächtigen elektrischenWirkung, die I. P. schon damals in der Nation hervorbrachte, sichnicht warnen ließen, in ihm die anbrechende neue Zeit zu erblicken,die sie in Leuten wie Schlegel u. dgl. finden wollten, obschon, undvielleicht eben, weil diese letzten ganz ihrer eigenen Zeit angehörten.
Gehen wir nun zu unserm Richter selbst, der in seinen Briesenan Otto folgendermaßen schreibt. — „Schon am zweiten Tage warfich hier mein dummeS Vorurtheil für große Autoren ab, als wärenes andere Leute. Hier weiß jeder, daß sie wie jene Erde sind,die von weitem im Himmel als ein leuchtender Mond dahinzieht, unddie, wenn man die Ferse auf ihr hat, aus bloßem bouo cls ?arisbesteht und einigem Grün, ohne Juwelennimbus. Ein Urtheil, daSein Herder, Wieland, Göthe fällt, wird so bestricken, wie sedeSandere, das noch abgerechnet, daß die drei Thurmspitzcn unserer Lite-ratur einander — meiden. — Gleichwohl kam ich mit Scheu zuGöthe. Die Kalb und Jeder malte ihn ganz kalt für alle Men-schen und Sachen auf der Erde. Jene sagt, er bewundere nichts,nicht einmal sich selbst mehr; jedes Wort sey Eis, zumal gegenFremde, wenn er sie ja vorläßt; er habe etwas Steifes, reichöstädtischStolzes; bloß Kunfisachen wären noch seine Nerven, daher ich Kne-bel bat, er möchte mich vorher durch einen Mineralbrunnen petrifi-ciren und incrustwen, damit ich mich ihm im vortheilhaften Lichte einerStatue zeigen könne. Die K. räth mir überall Kälte und Selbst-bewußtseyn an." Nach seinem Besuch bei Göthe erzählt er seinemFreunde, daß G. kalt, einsylbig und ohne Accent herausgetreten sey.„Seine Gestalt ist markig und feurig, und sein Auge ein Licht. Aberendlich schürte ihn der Champagner und das Gespräch über Kunst,Publikum rc. an, und man war — bei Göthe. Er spricht nicht soblühend und strömend wie Herder, aber scharsbestimmt und ruhig.Zuletzt las er uns, d. h. spielte er uns ein angedrucktes herrlichesGedicht vor, wobei sein Herz durch die Eiskrusten Flammen trieb, sodaß er mir, dem enthusiastischen Zuhörer, die Hand drückte. — Vor-