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Spazier, Jean Paul Richter.
gestern trat ich auch vor den felsigen Schiller, an dem, wie aneiner Klippe, alle Fremden zurückspringen. Seine Gestalt ist ver-worren, hart-kräftig, voll Edelsteine, voll scharfer, schneidenderKräfte, aber ohne Liebe. Er spricht beinahe so vortrefflich als erschreibt u. s. w." '
Man sieht aus dem Ganzen, sagt der Vers., daß G. sich wohlhätte bewegen lassen, unsern Dichter in seinen Kreis hineinzuziehen,daß aber die Abreden Herde.r'S und der Mad. Kalb sie unglück-licher Weise gleich anfangs von einander entfernten. G. schrieb nachdem erhaltenen Besuch Richtcr's an Schiller: „Jean Paulwird Sie dieser Tage besuchen, und Ihnen gewiß recht wohl gefal-len." — Schiller aber, nachdem er Jean Paul gesehen hatte,schrieb an Gö,the zurück: „Ich habe ihn ziemlich gefunden, wie ichihn erwartete: fremd, wie einen, der aus dem Monde gefallen ist,voll guten Willen und herzlich geneigt, die Dinge außer sich zu sehen,nur nicht mit dem Organ, mit dem man sieht." — Allein I. P.kam nicht weiter weder zu G. noch zu Sch., und trat in Weimar soentschieden auf Herder'S Seite, daß G. alle Hoffnung aufgebenmußte, ihn zu sich heranzuziehen. Dazu ließ Richter in seinen spä-tern Briefen an Knebel manche unvorsichtige Bemerkung über Göthefallen, und diese wurde bekannt. Bald daraus erschienen zwei XenienGöthe's gegen Richter, und nun war der Krieg erklärt. Von die-sem Augenblick an ergossen sich die Angriffe der Göthe'schen Schüler,der Schlegel u. a., deren Treiben, selbst als cS alle Schranken über-stieg, G. nie öffentlich verläugnete. Diese Angriffe schadeten unsermDichter und seinem Einflüsse auf das Publikum nur zu sehr. Erstand allein gegen eine Legion von Feinden, und so gewandten Fein-den, und wenn ja da und dort einer, wie Görres, sich seiner an-nahm, so geschah es auf ungeschickte Weise, durch Stoßseufzer unddergleichen.
Ueber das eigentliche Verhältniß Göthe's zu den beiden Schle-gel, den „Götterbuben," wie Wieland das Wort „Dioscuren"in Beziehung auf sie übersetzte, liegt noch viel Dunkel. Im Museumund im Athenäum wurde Göthe von den beiden Schlegel, wennnicht offen angegriffen, doch ignorirt; auch Göthe scheint sie vonseiner Seite ebenfalls verläugnen zu wollen, und doch heißt es indem Fichte'schen Briefwechsel, daß G. mit Friedrich Schlegelso vertraut sey, daß er mit ihm seine Gedichte behufs einer neuenAusgabe durchgehe.