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Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

und warf jede Fessel von sich, um allen Gedanken und EmpfindungenGeltendmachung zu verschaffen. Die alte Schule im Gegentheile suchtenur den Horizont der Menschheit noch enger zusammen zu ziehen, unddrang daher auf die Beibehaltung der alten griechischen Formen, alsder geeignetsten Fessel zu dieser Beschränkung. Dieser heillose Versuch,die an Gedanken und Strebnissen so viel ärmere heidnische Griechen-welt auch uns anzuzwingen, sey schon einmal, in frühern Jahrhun-derten, zu unserm großen Schaden gemacht worden, als man jenefür unS kalte Formen in die warme Romantik der großen Bautendes Mittelalters geworfen hat. Die wunderlichen Zacken und die indie Höhe strebenden Pfeiler der großen Gebäude jener Zeit erscheinenuns wie eine durch ein OberonShorn mitten in der strebenden Bewegungangehaltene und festgezauberte Masse. Man sieht, bei dem Anblickederselben, eine ganze neue Welt, die aber wie durch einen Zauberin ihrem WachSthume plötzlich gefesselt wurde, eben als sie nach derWeite deS öffentlichen Volkslebens sich ausdehnen wollte. Eü galtnun, diese Versteinerung zuerst wieder lebendig zu machen, nicht aber,wie G> wollte, sie nachzuahmen u. s. w. Wir wollen eü den Lesernüberlassen, wie viel sie von diesen Behauptungen in ihre Ueberzeugungübergehen lassen können. Unser Vers. glaubt, daß wenigstens Hec-der'S Frau ganz dieselben Ansichten habe, wenn sie in ihrem Briefean I. P., wo sie von der Art der Darstellung unsers Dichtersspricht, sich so ausdrückt: „Es geht uns eben wunderbar damit. Dasganze Gebäude ist mit lauter kleinen einzelnen Heiligenbildern erfüllt.Gemüth und Geist verweilen dabei gerührt, gestärkt, belustigt undzugleich erhoben; wir möchten daS Ganze erfassen, und sind unwillig,daß wir unter den tausend Empfindungen nicht weiter kommen. WennSie das Münster in Straßburg gesehen hätten, so würden Sie michverstehen, und mir dieses Gleichniß nicht mißdeuten. Vielleicht istder Geist jenes Baumeisters in Ihnen wiedergekommen, und weilwir der steinernen Bilder nicht so nöthig haben, als der geistigen,so baut er nun auS den letzten, waS die jetzige Zeit bedarf, imGeschmack der vorigen." — Wir sehen in di.ser Stelle keine Billi-gung, und noch weniger eine Anpreisung jener Darstellungsweise, diefortan eine neue Schule begründen oder als Muster für die Zukunftdienen sollte, so wie wir auch in der Ausführung des ganzen Vor-schlags, wenn er je Statt haben sollte, k ine Entbindung deck auf-strebenden VolkogeisteS e blicken können, gegen welchen die Göthe'scheSchule angekämpft haben soll, weil er dem Mester derselben zu