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Spazier, Jean Paul Richter.
sogar lange Welle. Die vielen oft unbedeutenden Besuche waren ihmstörend; die reichen Kaufleute behandelten ihn mit zu vornehmer Her-ablassung, wie dieß dem geldarmcn Talente in Handelsstädten immerwiderfährt, und er glaubte sogar nach einigen Monaten schon Abnahmeder Achtung und sinbst Kälte zu bemerken, so daß er allmälich anfing,sich nach seinem stillen Hof zurückzusehnen. Die für ihn aus diesenVerhältnissen entstehende Unruhe wurde noch durch das sonderbare Be-nehmen der nun auch angekommenen schönen Witwe vermehrt, da diese„heftige und leidenschaftliche Frau" ihn durchaus heirathen wollte.Es fehlte nur wenig, und er wäre in die Falle gegangen. SeinWort batte er bereits in einem unbewachten Augenblick gegeben. —Sie hatte ihm nämlich früher schon ein schönes, reiches, höchst mora-lisches Mädchen in Zürch, ihre Freundin, zur Frau vorgeschlagen (?),für welche kein Werber bisher rein und gut genug gewesen war.„Sie wollte ihr eigenes und des Mädchens Vermögen zusammen-werfen, und ich sollte die Zürcherin heirathen, und sie, die Witwe,wollte ewig bei uns bleibe»! Ich zeigte ihr die Widersprüche duseSseltsamen Behältnisses; sie verstand mich; ihre Seele hing an dermeinigen; über einige meiner Erklärungen bekam sie Ohnmachten undfürchterliche Kiämpse — da ging mein Inneres aus einander, undich sagte ihr die Ehe zu. Sie will nun thun waö ich will; sie willdaS Landgut kaufen wo eS mir gefällt, am Neckar, ant Rhein, inder Schweiz. So lieben wird mich keine mehr als diese. In sofernGröße und Reinheit der Seele und metallischer Reichthum beglückenkennen, wäre ich sehr glücklich: aber" — Hier bricht der Brief anOtto ab, und wir können ihn nicht ergänzen. Später wird ganztrocken erzählt, „daß er mit seltener Gelstesstärke die ihm unheimlichgewordenen Fesseln abgeworfen." Und auf diese Weise war also derTugendbund geschlossen, und von beiden Seiten mit tausend Schwürenund Küssen besiegelt worden. „Wir müssen dabei noch anführen,"sitzt unser Vers. ganz treuherzig hinzu, „daß er hiemit daS dritteoder vierte Kunststück der Art den Frauen gegenüber vollbracht hat.Denn schon seit mehreren Jahren war er in einem ununterbrochenenfreundschaftlichen Verhältnisse mit Charlotten, Amönen, Rena-ten, Helenen, Sophien von Drüningk und allen seinen übrigenJugendfreundinnen geblieben, und hatte mit ihnen Briese gewechselt,d:e jeder Fremde für die glühendsten Liebesbriefe gehalten habenwürde." — Wir möchten dabei nur bedauern, daß unS der VerfasserHefe Amönen und Helenen und wie sie alle heißen, und die mit