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Spazier, Jean Paul Richter.
erbärmliche Produkte, seinen Styl nachahmend, unter seinem Namenherauszugeben. Auch an fernen öffentlichen Angriffen fehlte es nicht,wie denn unter andern Bouterweck in einem Romane einem dummenNarren den Namen unsers Dichters gegeben hatte. Einen sehr un-angenehmen Angriff zog er sich von Friedrich Schlegel zu, weil erbei einem Diner in Dreöden mit Schlegel'ü Frau gegen dessenTheorien sehr heftig gestritten hatte. Schlegel machte seiner Galleim Athenäum Lust, und fällte hier zuerst den so oft von dieser Schulewiederholten Auöspruch: Jean Paul sey zwar ein Dichter, aber nurein komischer. ES heißt hier: „Der große Haufe liebt Richter'SRomane vielleicht nur wegen der anscheinenden Abenteuerlichkeit —und der Gebildete mag sich an den grotesken Porzellansiguren seineswie NeichStruppen zusammengetrommelten Bilderwitzes ergötzen. SeineFrauen haben immer rothe Augen, und sind Exempel-Gu'edersrauenzu psychologisch-moralischen Reflexionen über Weiblichkeit und Schwär-merei. Sein Schmuck besteht in bleiernen Arabesken im NürnbergerStyl. Hier ist die an Armuth gränzende Monotonie seiner Phan-tasie und seines Ge steü am auffallendsten. Je moralischer seine poe-tischen Rembrandt'S sind, desto mittelmäßiger und gemeiner; jekomischer desto besser; je dithyrambischer und je kleinstädtischer, destogöttlicher." — Auf ähnliche Weise hatte er sich auch durch vorschnelleund selbst unbesonnene Aussprüche in Gesellschaften und Briefen dieNedactoren der Jenaer Lit. Zeitung, der deutschen Bibliothek, derGöttinger Anzeigen u. s. zu Feinden gemacht. Aber er erkannte dieseihm und seinen Werken drohende Gefahr durchaus nicht, und hoffteimmer, durch seine nächsten neuen Schriften die Gunst dcö Pub.ikumSund der Gelehrten sich wieder zuzuwenden. — Dem allen ungeachtetwaren die ersten Monate nach seiner völligen Niederlassung in Weimarohne Zweifel die glücklichsten und die wahre Glanzepoche seines Lebens.Besonders gut gestaltete sich sein freundschaftliches Verhältniß zuHerder, mit dem er die Abendstunden eines jeden Tages verlebte.Herder hielt den reichen, überströmenden Dichtergeist Richter'Sweit und hoch über' die gemüthlosen, bloß in und für die Formendargestellten poetischen Produkte^der damaligen Zeit, die er nurBrunnen ohne Wasser zu nennen pflegte. Richter steht gegen diese,sagte Herder, auf einer sehr hohen Stufe, und ich gebe alle künst-lich metrische Form hin gegen seine Tugend, gegen seine lebendigeWelt, gegen sein fühlendes Herz und seinen immer schaffenden Ge-l»uö; denn er ist eS, der wieder frisches Leben und Wahrheit und