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Erster Band.
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Spazier, Jean Paul Richter.

waren über diesen Angriff gegen Kant aub das höchste aufgebracht,und schrieben einen großen Theil des Buchs unserm Richter zu, derauch in der That mehrere Noten dazu verfaßt hatte. Richter warnicht der Mann, dieß alles stillschweigend hinzunehmen, ja er gingzuweilen in seinem edlen Eifer sogar den Personen selbst zu Leibe.

So wollte er gefunden haben, daß die ehelichen Verhältnisse in Wei-mar nicht streng genug beachtet würden; daß Sch. der Frau v. Kalbden Porschlag gewacht habe, eine gemeinschaftliche Reise mit ihr nachParis zu machen; daß Wieland im letzten Frühling seine frühereGeliebte, La Röche, wieder ins HauS genommen habe u. dgl.

Im Frühling des Jahres 1799 hielt er sich einige Zeit amHofe des benachbarten Hildburghausen auf, wo er ebenfalls auf dasFreundlichste empfangen wurde, und von dem Herzoge zum Abschiededas Diplom eines LegationSratheS erhielt. Auch eine Geliebte fandsich an diesem Hofe in dem Hoffräulern Caroline v. F . . . Ob-schon die Verwandten sich diesem Bündniß widersetzten, so gedieh das-selbe doch so weit, daß die Ehe förmlich beschlossen, aber nicht ge-schlossen ward, denn auch dieses Verhältniß dauerte nur einige Zeit,und ging ohne weitere Resultate vorüber. — Ja diese Z it fälltdie Herausgabe seiner „Charlotte Corday," die er einer Aufforderungvon Gen; gemäß schrieb, unv in welcher er diese „Königin" verthei-digte, von der Gsrtanner eben geschrieben hatte, daß sie noch ver-abschcuungSwürdigcr als selbst Marat sey, weil dieser nur Meuchel-morde veranstaltet, jene aber selbst ausgesührt habe, unv weil derZweck nie die Mittel heilige. Wegen dieser Aeußerung he.ßt hierGirtanner der „Kriechende." Richter im Gegentheil vertheidigtedie That der Corday als eine nacbahmungswürdige Heldenthat, nichtnach Gefühlen, sondern nach Prinzipien. Sie habe, heißt es, denMarat weggeschafft, nicht als Bürgerin einen Bürger, sondern alsKriegerin in einem Bürgerkriege einen Staatofeind v. dgl. Nach die-ser Schrift erschien die rein polemische Llsvjz bielitisnA gegen denPhilosophen Fichte zu Jena. Zu sener Zeit wurde, größientheilsdurch Kant's ersten Anstoß, der spekulativen Philosophie und derMetaphysik in Deutschland eine ganz außerordentliche Wichtigkeit bei-gelegt. Alles wollte nur solche Schriften lesen, und Fichte erhielt ,

für den Druckbogen sechs LouiSd'or von seinen Buchhändlern. Dadiese Philosophie nach dem Absolutismus strebte, und alle Köpfe undStände in ihren Bereich zu ziehen suchte, woraus Jnconvenienzen undMißbrauche aller Art entstanden, die selbst Einfluß auf daö bürger- >