Spazier, Jean Paul Richter.
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liche Leben hatten, so erhoben sich allmählich immer mehr Gegner,unter welchen Herder und I. P. sich gleich anfangs besonders her-vorzuthun suchten. Später söhnte sich Richter bekanntlich mit Fichtewieder aus.
Im Sommer 1800 verließ Richter Weimar, größtcntheilS wegender unangenehmen Verhältnisse, die seine Trennung von der oben er-wähnten Caroline von F. zur Folge hatte, und zog nach Berlin,wo er, wie er schreibt, gleich einem Götzen mit allgemeiner Begeiste-rung aufgenommen wurve, besonders von den Männern, Frauen undTöchtern des GelehrtenkreisrS. „Viel Haare erbeutete ich, ein Uhrbandvon dreier Schwestern Haar; viele gab auch mein eigener Scheitelher, so daß ich, wenn ichs verhandeln wollte, eben so gut von demleben wollte, was auf meiner Hirnschale wächst, als was unter ihr."— In einer dieser Ges.Üschaslen fand er unvermuthet seine künftigeGattin. Er war Aleudü in einen Garten geladen und kam zu spät.Nur ein Platz war noch leer am untersten Ende des T.scheS, undhieher setzte er sich, arr die Seite Carolinenü, der zweiten Tochterdeü geh. Tribunalraths Meyer, die zu den gebildetsten und geistreich-sten Mädchen Berlins gehörte. „Bei seiner Allgewalt über die Men-schen," sagt unser Vers., „bei der Verklärung, in welcher er damals vorden Augen aller Frauen dastand, war er sich bewußt, daß ervbei jedemweiblichen Wesen nur zu wollen brauche, um es, mit Auflösung alleretwa bereits bestehenden Bande, unauflöslich an sich zu fesseln. DerZauber seines Lächelns, die magnetische Kraft seines AugeS u. f. ga-ben alle Frauen ohne Ausnahme in seine Hand (!)- Jede hätte aufseinen Wink Mann oder Geliebten verlassen (!), um ihn zu folgen,und keine hatte dem Triumph, unter so Vielen die Auserwahlte zuseyn, widerstanden. Am 9. Nov. 1800 hielt er bei Carolinen'sVater um sie an, und die Trauung wurde im Mai 1801 vollzogen.Bald darauf verließ er Berlin, wo er bei dem Könige vergebens umeine Präbende nachgesucht hatte, und zog mit seiner jungen Frau nachMeiningcn. Hier arbeitete er die erste Zeit an dem „Titan" wei-ter, von welchem bereits zwei Bände in 'Berlin herausgekommen wa-ren, und hier begann er auch, große Städte und Höfe verlassend,jenes Stilleben wieder, daö er bis an sein Ende fortführte.
In Meiningen gewann er bald die nähere Freundschaft deS Her-zogs, zu dem er beinahe täglich ging, ja der selbst zu ihm kam, undhäufig mit ihm in seinem kleinen Hause speiste. Wir bedauern, daßder Raum die Erzählung so mancher höchst interessanten Scene aus