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Zweiter Band.
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Petzholdt's Geologie.

Zeit! Welche Dinge mögen während jenen Katastrophen auf der Erdeentstanden und wieder vergangen seyn, die nun alle und für immerunter dem Schütte der Zeit vergraben liegen!

Und unsere gegenwärtigen Kenntnisse der Erde, wie weit sindsie vorgedrungen? — Noch sind nicht einmal alle Länder derselbenentdeckt, und von unseren fünf sogenannten Welttheilen, was wissenwir, Europa ausgenommen, von dem Inneren derselben, von demInneren der Oberfläche der Erde, denn was unter dieser Ober-fläche ist, ist uns bisher noch beinahe ganz unbekannt geblieben.Nach Buffon's Theorie sind nahe sechszigtausend Jahre verflossen,seit die Erde aus ihrem früheren feuerflüssigen Zustande in die Gestalteiner festen und wenigstens bis nahe zu ihrem Mittelpunkte solidenKugel übergegangen ist. Eine so lange Reihe von Jahrhundertenwurde also erfordert, den großen Kampf der Elemente zu beenden,und aus der Oberfläche der Erde diejenige Ruhe herbeizuführen, diezur ungestörten Existenz der sie bewohnenden Pflanzen und Thierenothwendig ist. Nur die drei oder vier letzten dieser Jahrtausendeverwendete das Menschengeschlecht, diesen seinen Wohnort so weitkennen zu lernen, als eS ihm durch Mühe nnd Fleiß und durch dieVereinigung der Besten jedes Landes und jeder Zeit möglich gewesenist. Wie viele solcher langen Perioden werden aber noch über diesesGeschlecht hinziehen, bis eö seine Arbeit wenigstens ihrem größtenTheile nach für erschöpft, bis es seine Untersuchung der uns nachallen Seiten von außen umgebenden Natur abgeschlossen, oder bises auch nur in seiner eignen, inneren Welt jenen Frieden, jenesGleichgewicht der Kräfte erkämpft haben wird, dessen sich die Elementeder Natur schon seit so langer Zeit erfreuen. Wann werden die Mit-glieder dieser Gesellschaft, die sich rühmen, Geist und Verstand alsihr ausschließliches Erbe unmittelbar aus den Händen der Natur er-halten zu haben, wann werden sie einmal aufhören, sich selbst zubeunruhigen, zu quälen und unter einander aufzureiben? Wann wer-den sie erkennen, daß der friedliche Besitz dessen, was jedem unterihnen zu Theil geworden ist, zu ihrem Glücke hinreicht? Wann wer-den sie einmal nicht so weise, sondern schon ihres eigenen Vortheilswegen nur so klug werden, um ihren Anmaßungen ein bestimmtesZiel zu setzen; um ihrer doch nur eingebildeten Herrschaft über ihreBrüder und ihrer Sucht nach immer gehäuften Besitzthümern zu ent-sagen, die nichts zu ihrem Glücke beitragen, und die so weit vonihnen entfernt sind, daß sie dieselben nicht mehr genießen können, und