43
Sommerville, phys. Wissenschaften.
zu erklären. In dieser Note sollte nun gesagt werden, daß man durch„Analysiö" im Allgemeinen eben wieder die Mathematik, im Beson-deren aber die eigentlich algebraische Behandlung der geometrischenGegenstände versteht, die man früher mehr durch Figuren (synthetisch),setzt aber aus guten Gründen mehr durch algebraische Formeln(analytisch) zu betrachten pflegt. Dieö vollkommen verständlichzu machen, würde allerdings wieder eine sehr lange Anmerkung erfor-dern, und auf die Behandlung der Geometrie durch DeöcarteS,Euler und Monge zurückführen was eben alles hier am unrechtenOrte wäre, daher denn auch jencü Wort „Analysiö," das zu allendiesen Umtrieben Gelegenheit gegeben, am besten ganz weggelassenworden wäre. Da es nun aber doch einmal nicht weggelassenwurde, so mußte cS, wie gesagt, in einer Note erklärt werben. Undwelches ist diese Erklärung? — „AnalysiS," heißt eü S. 3wörtlich, „ist eine Reihe von Schlüssen, geknüpft an Zeichen oder Sym-bole der Giößen, deren Beziehungen den Gegenstand der Untersuchungausmachen." Welcher Leser, dem die Sache nicht schon früher bekanntgewesen ist, wird sie auS dieser Erklärung kennen lernen: wenn er sieaber schon kannte, wozu dann noch eine Erklärung, und wozu über-haupt ein solches Wort, daö diese Erklärung mit allen ihren Irrgän-ger, nach sich zieht, da wir schon längst ein anderes besitzen, was Je-dermann sogleich versteht, und was demnach ganz und gar keine wei-tere Erklärung mehr bedarf. Um gelehrt zu scheinen, wird man un-verständlich. I)oolu8 esse Isdorst, nbscurs liet. Und nicht blos un-verständlich, sondern auch, wie eö scheint, aus derselben Ursache, zugleichungenießbar. Man sehe nur, wie schwerfällig und schleppend ebender einfache Satz, von dem hier die Rede ist, behandelt wird. Siewill sagen: „Obschon zur innigen Kenntniß der Astronomie auch einevertraute Bekanntschaft mit der Mathematik gehört, so kann man doch, auch schon mit sehr wenigen mathematischen Kenntnissen tief genug indie Astronomie eindringen." Diesen einfachen Satz, der von allemUeberflüssigen entkleidet, in die wenigen und Jedermann deutl chenWorte gefaßt werden kann, „daß zu einer den meisten genügendenKenntniß der Astronomie nicht eben viel mathematische Kenntniß er-fordert wird," dieser einfache und jedem Liser verständliche Satz wirdvon der Verfasserin mit folgenden Worten gegeben: „Es ist sicher, daßeine vollständige Bekanntschaft mit der pbysischen Astronomie nur vondenjenigen erlangt werden kann, die in den höheren Zweigen der Ma-thematik" u. f. „Aber es ist auch demungeachtet wahr, daß eine