Band 
Zweiter Band.
Seite
50
JPEG-Download
 

5Ü Sommerville, phys. Wissenschaften.

Kugeln, sondern vielmehr an ihren Polen abgeplattete Sphäroide.Aber diese Abplattung ist erstens so gering, und die Entfernung jenerKörper von einander ist zweitens so groß, daß man jene Voraussetzungimmer noch als geltend annehmen kann.

Dieser Saß ist eben so richtig, als es von der Verfasserin con-sequent gehandelt ist, ihn allen anderen voraus zu stellen. Man sieht,daß sie, was bei den Individuen ihres Geschlechts so selten der Fallseyn soll, einen mathematisch gebildeten Kops zwischen ihren vielleichteben so schön gebildeten Schultern trägt. Aber man sieht auch ebendaraus sogleich, daß wir eS hier mit einer sogenannten gelehrten Frauzu thun haben werden, die sich ihrer geistigen Eigenschaften ebenso wenig zu begeben erlauben wird, als dieß, wie man vielleicht mitUnrecht sagt, bei allen Individuen dieses Geschlechtes mit den kör-perlichen Vorzügen derselben der Fall seyn soll. In einem ganzstreng und schulgerccht durchgeführten Lehrbuche der Astronomie möchtedieser Eingang allerdings ganz angemessen erscheinen, obschon die Sachebisher, aus guten Gründen, noch nicht unternommen worden ist. Aberin einem Werke dieser Art sollte dieser Satz nicht im Eingänge, son-dern vielmehr irgendwo am Ende erscheinen, um so mehr, da er dochnur geschichtlich und ohne allen Beweis angeführt werden kann.

Von da geht die Verfasserin noch auf derselben ersten Seite diesesKapitels zu der Behauptung über, daß die Kraft, vermöge der alleKörper auf der Oberfläche der Erde gegen ihren Mittelpunkt fallen,dieselbe ist, durch die der Mond in seiner Bahn um die Erde getrie-ben wird. Wenn sie auch diesen Satz nur historisch mittheilen will,so scheint sie doch vergessen zu haben, daß sie ihn aus diese Weiseschon knrz zuvor (S. 3) mitgetheilt hat. Allein sie scheint ihn inder That hier (S. 5) beweisen zu wollen. Wie ist aber dieserBeweis beschaffen! -— Auf die einfachsten Ausdrücke zurückgebracht, würdedieser Beweis so heißen: „Auf der Erde fallen die Körper durch dieSchwere in der ersten Secunde nahe durch 15'/,« Par. Fuß. Wennman aber die nahe kreisförmige Bewegung deö Mondes betrachtet, derin einer Entfernung von 60 Erdhalbmessern in 27^/,« Tagen um dieErde geht, so findet man leicht, daß er in diesem seinem Laufe wäh-rend jeder Secunde nur um 0.0042 P. Fuß gegen die Erde fällt,den Erdhalbmesser gleich 19616000 P. Fuß vorausgesetzt. Soll nundie Anziehungskraft der Erde die gemeinschaftliche Ursache dieser beide»Fallhöhen des Steines auf der Erde, und deö Mondes in der Ent-fernung von 60 Erdhalbmessern von der Erde seyn, so würde (nach