176 Isrseli, 6urio sities ok llitersiurs. ^
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rühmten Montaigne'S Werk: „Tagebuch meiner Reise durch Jta- ?lien." Ein Geistlicher, der die Provinz Perigord, wo Montaignelebte, durchreiste, um daselbst Sammlungen für die Geschichte diesesTheils von Frankreich zu suchen, fragte, als er in dem alten SchlosseMontaigne'S ankam, nach dem Archiv desselben. Man zeigte ihmeine alte, große Kiste mit halbvermoderten Papieren, die unter einem ,schlechten Dache schon seit Jahren dem Regen und allen Unbilden derWitterung bloßgestellt waren. Nur mit Mühe konnte man mancheSeite deS Manuskripts entziffern, und das Werk endlich vollständigherausgeben. Die Nachkommen Montaigne'S, aus denen nicht derGeist des Ahnherrn ruhte, hatten sich so wenig um diese Schätze ge-kümmert, daß sie nicht einmal wußten, daß einer ihres Namens ifrüher als der erste Schriftsteller Frankreichs geglänzt hat. — Hieher ^gehört auch die Nachricht von der großen und wichtigen Sammlung >von Staatspapieren, die Thurloe, der Sekretär von Cromwell, zu- isammen getragen und so gut verborgen hat, daß sie erst ein Jahr- 'hundert später bekannt gemacht werden konnten. Als man das Haus,wo man sie aufbewahrt hatte, als baufällig niederriß, fand man diesePapiere in einem alten Getäfel der Wand eines Saales. Sie bil-den sieben starke Foliobände, und sind für den Geschichtsforscher jenerZeit von der größten Wichtigkeit.
Mit diesem Gegenstände ist die absichtliche Zerstörung, die bis- !weilen mit ganzen Bibliotheken, ja mit dem gesammten Bücherwesen ^eines ganzen Landes vorgenommen wurde, in zu engem Zusam-menhange, als daß wir ihr nicht auch einige Worte widmen sollten.
Die traurigen Schicksale der Bibliothek zu Alerandrien sind denmeisten Lesern bekannt genug. Die ägyptischen Ptolemäer hatten die-ses Denkmal ihrer Liebe zur Literatur errichtet. Es war das größte iMonument dieser Art in der älteren Zeit. Die Seele dieser Biblio- >thek war ihr erster Vorsteher, Demetrius PhalereuS, ein von derNatur zum Bibliothekar gebildeter Mann; voll Kenntniß und Liebe !zur Sache trug er aus allen ihm bekannten Ländern die schätzbarsten !Werke zusammen, und brachte seine Büchersammlung noch bei seinem jLeben zu einer Vollkommenheit, der seine Nachfolger nur wenig mehr jhinzu zu fügen übrig hatten. Mehrere auf einander folgende Könige -unterstützten dieses große Unternehmen mit wahrhaft königlicher Groß- jmuth. Einer von ihnen benützte die Gelegenheit, wo ihn die Athe- ^nienser während eines Mißjahrs um Weizen gebeten hatten, zur Be-reicherung seiner Bibliothek. Er sagte ihnen reichliche Hülfe zu, wenn