Band 
Zweiter Band.
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189
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Israeli, Ouriosities ok bitersturo. 189

will, was ich denn etwa dadurch gewonnen habe, und worin derKern, die Substanz deü Gelesenen besteht, so stnde ich meistens nichts,als eitel Wind. Für mich, der ich durch Bücher eigentlich nur einbischen gescheidter, nicht gelehrter oder beredter werden möchte, sindalle diese logischen oder aristotelischen DiSguisitionen von ganz undgar keinem Nutzen. Ich möchte gern, so auf den ersten Griff, guteund haltbare Dinge lernen. Einen solchen Vortrag wünschte ich, dergleich seine volle Ladung auf das innerste Herz meiner Zweifel ab-schießt: der seine aber geht matt um die Zweifel herum, und suchtnur meine Erwartung immer noch weiter hinauszuschieben. DaS maggnt genug seyn für die Schule, für den Gerichtshof, für die Kanzel,aber nicht für Männer, die nur lernen und einer Sache gleich aufden Grund gehen wollen. Der gute Alte, meine ich, mag wohlrecht viel sogenannte Gelehrsamkeit, aber nur wenig eigentliches philo-sophisches Talent besessen haben. Er war ohne Zweifel ein sehr guterrömischer Bürger, ein artiger Gesellschafter, ein witziger Kopf, abersein Schiffchen ging nicht tief und er selbst war gar entsetzlich eitel. Wiewäre eS nur sonst möglich gewesen, seine elenden Verse inS Publikumzu schicken. Ich verzeihe eS ihm, daß er schlechte Verse machte, aberich kann es ihm nicht verzeihen, daß er nicht einmal eingesehen hat,wie schlecht sie sind, da er sie sonst gewiß bei sich behalten hätte.WaS aber seine Beredtsamkeit betrifft, so ist diese über alles Lob erha-ben, und vielleicht noch von keinem andern Menschen erreicht worden."— So weit Montaigne. Unser Autor läßt diese Betrachtungenzur Seite liegen, und wendet seine Blicke auf eine ganz andereSeite des Mannes, nämlich auf die witzigen Einfälle, durch die sichCicero bei seinen Zeitgenossen so bekannt gemacht hatte. Sie müssenvon großem Werth gewesen seyn, da selbst ein Cäsar es nicht unterseiner Würde fand, diese Einfälle sorgfältig zu sammeln. Ewig schade,daß diese Sammlung nicht auf uns gekommen ist. In der That sindnur sehr wenige derselben erhalten worden, da sie mehr dem Ge-spräche und der Conversation, als den eigentlichen Schriften ange-hören. Zu einem Senator, der der Sohn eines Schneiders war,und auch einmal einen guten Einfall gehabt haben mag, sagte er:

, Llieu, rein sou teligisti, und dieser Witz hat sich seit achtzehn Jahr-hunderten als ächtrömisches Sprichwort erhalten. Zu einem anderen,dem Sohne eines Koches, sagte er, indem er ihm seine Patrocinanzankündigte: Lzo guogus tibi snrs lsvsbo. Die Alten sprachen näm-lich höchst wahrscheinlich beide Worte, guogue und coce, wie Lo-Ks