Israeli, Ouriusities ok I.ilerature.
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Arm hervortrat, und die Alterthumskenner enttäuschte. — Der be-kannte französische Maler Peter Mignard hatte die Leinwand einesBildes, auf der das Porträt eines CardinalS stand, mit einer Mag-dalena übermalt. Ein Bilderhändler kaufte ihm diese Magdalena ab,und wollte sie, als einen ächten Guido, an den Chevalier de Clair-ville für 2000 Kronen überlassen. Clairvillc fragte zuerst andereKünstler, unter andern auch den berühmten Le Brun, und keinerzweifelte an der Aechtheit dieses Guido. Mignard, der von demBilderhändler nur eine sehr unbedeutende Summe erhalten hatte, wollteden neuen Käufer nicht betrügen lassen, und äußerte demselben seineZweifel über die Aechtheit deS BildeS, doch ohne sich selbst als denVersertiger desselben zu nennen. „Wenn eS denn durchaus," sagteer endlich in Gegenwart Le Brun'ö, „ein Guido seyn soll, so isteS doch gewiß eines seiner schlechtesten, und vielleicht nur aus seinerJugend." — Eö ist gewiß ein Guido, schrie Le Brun, und zwaraus seiner besten Zeit, worüber ich mit Jedermann eine Wette von300 Louiod'or eingehen will. — Mignard hätte diese Wette undnoch ein ansehnliches Geschenk des Bilderhändlers gewinnen können,aber der Ruf eines ehrlichen Mannes und der eines so großen Künst-lers war ihm theurer. „Nun wohl," sagte er, indem er einen feuch-ten Schwamm aus der Tasche zog: „dies Bild ist mein Werk, ichhabe eS auf daS alte Porträt eines Kardinals gemalt — hier sehtihr," indem er mit dem Schwamm über daS Bild fuhr, „hier sehtihr daS rothe Käppchen." — Man war erstaunt, in Mignard einenso großen Meister vor sich zu sehen, und bestürzt zugleich über dieVerunstaltung des Bildes. Seyd getrost, sagte er lächelnd, wer daSBild geschaffen hat, wird eü auch verbessern können.
Von Mikrographen haben wir in alten und neuen Zeiten mehrereBeispiele. Aelian erzählt uns, daß ein solcher Künstler ein Disti-chon auf ein Goldblättchen schrieb, das so klein war, um in derRinde eines WeizenkornS, als in einem Futteral, Platz zu finden.Der ältere PliniuS sagt, daß Cicero einst in einer Gesellschaft ver-sichert halle, die ganze Jliade Homer's in einer Nußschale einge-schlossen gesehen zu haben. Man hat dies immer für eine Fabel unddie Sache selbst als unmöglich angesehen, bis der gelehrte Huet eSeinmal unternahm, die Möglichkeit der Ausführung durch die Thatzu beweisen. Auf einem Blatte seinen Velinpapiers von zehn ZollLänge und acht Zoll Breite, das sich vollkommen in eine Nußschalebringen ließ, schrieb er selbst mit einer feinen Feder eine Zeile, die
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