Band 
Zweiter Band.
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Israeli, Ouriosities ot lliteraturs.

zu urtheilen, waren alle Carthager feig, grausam und lügenhaft,kurz ein ganz verworfenes Volk. Aber wir würden vielleicht ganzanders von ihnen denken, wenn die Zeit auch ihre Historiker für unSerhalten hätte. Die Römer haben sie vertilgt, das Volk und ihreSchriften bis auf ihre letzte Spur; sie haben eS eben so mit denEtruriern und mit allen gemacht, mit denen sie eS so machen konnten.Und dieser barbarischen ZerstörungSwuth der Römer ungeachtet, hatsich doch der Glaube, der, wie eS scheint, sehr wohlgcgründete Glaubebis auf unsere Zeiten erhalten, daß die Carthager den Handel unddie Schifffahrt, also nothwendig auch die wissenschaftliche Kultur, diedazu unumgänglich nöthig ist, auf einen Grad der Vollkommenheitgebracht haben, wie kein anderes Volk des Alterthums, selbst ihreweltbeherrschenden Eroberer nicht, deren Schifffahrt überhaupt, inVergleich mit ihrer nationellcn Macht und dem Reichthume ihresStaateS, selbst in ihrer blühendsten Periode, auf einer sehr niedrigenStufe der Ausbildung stehen geblieben ist. Auch in Beziehung aufdie gesammte Agricultur scheinen sie sehr große und viel größere Fort-schritte gemacht zu haben, als die Römer. Denn wie hätte sonst derrömische Senat, der alles, was von Carthago kam, haßte und ver-achtete, sich dennoch entschließen mögen, die karthagischen Werke überden Landbau auf Unkosten des Staates in die römische Sprache über-setzen zu lassen. Wo aber in irgend einem Lande Handel, Schiff-fahrt und Agricultur, die drei ersten und wichtigsten Hebel der Natio-nalwohlfahrt, aus einen so hohen Grad der Vervollkommnung gebrachtwurden, da scheint ein weiseü, verständiges und industrielles Volkgelebt zu haben, nicht aber ein verworfenes und moralisch verdor-benes, wie unö die Römer glauben machen wollen. Aber, setzt unserAutor hinzu, but rvss s komsn, smt liiere is suok tbinZ, ss apalriolie msllFiul^.

Bei dem Worte „Nachahmer" denkt man sich gewöhnlich einenMenschen von sehr untergeordneten Fähigkeiten. Allein auch unterihnen gibt es oft sehr vorzügliche Leute, ja selbst die Meister ihrerKunst haben zuweilen keinen Anstand genommen, sich in diese Heerdezu mengen. Hier davon nur einige Beispiele. — Michel Angelohatte einen schlafenden Cupido in Marmor verfertigt^ und vergrubihn, nachdem er ihm einen Arm abgenommen hatte, an einem Ortewo er bald wieder aufgefunden werden mußte. Er wurde gefunden,und die Kunstrichter konnten die Vortrefflichkeit dieser herrlichen Antikenicht genug bewundern, bis endlich Angelo mit seinem abgenommenen