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ben daher auch viel Mißbrauch mit den Namen. Bei dex Aushebungder Truppen oder bei der Zahlung der Bürger durch den Censor warman stets darauf bedacht, den ersten Aufzurufenden so zu wählen,
, daß sein Name von guter Vorbedeutung schien, wie z. B. Salvius,
^ Valerius u. dgl. Cäsar selbst, in seiner Expedition nach Afrika,
^ übergab einem ganz unbekannten und sehr entfernten Verwandten des^ Scipio Africanuö ein wichtiges Commando in seiner Armee, weill man allgemein glaubte, daß die Scipionen in Afrika unüberwindlich^ sind, und Cäsar, ohne vielleicht selbst derselben Meinung zu seyn,
! diesen Volksglauben zu seinem Vortheile benützen wollte. — Als dieGesandten des Königs Ludwig VIII. von Frankreich um eine derbeiden spanischen Prinzeffinen Urraca und Bianca anhielten, umsie als die Gemahlin Ludwig's nach ihrem Lande zubringen, wurdeUrraca, obschon die schönste und vorzüglichste, auSgeschlagen, unddie ältere Blanca gewählt, um als Königin von Frankreich zu glän-zen, während die schöne Urraca, bloß ihres Namens wegen, ihr
> Leben in einem Kloster vertrauern mußte. — Zur Zeit Cromwell's! war es unter den Puritanern allgemeine Sitte, ihre Namen immer! nur am Ende einer, gewöhnlich religiösen Sentenz in öffentlichen
> Schriften zu unterzeichnen. So fand man z. B. auf der TodeSakteKarl's I. folgende Unterschrist eines seiner sogenannten Richter: „Wennder Heiland nicht auf die Welt gekommen wäre, so würde ich seyn
' ein verdammter karrabsue." Ein anderer dieser fanatischen Regicidenunterschrieb sich: „8i omnog con8entiunt, e§o non üisseulio, LscradssVVtiitstone." Als dieser letzte später unter der Regierung Karl's II.zur Verantwortung gezogen werden sollte, bewies er durch eben dieseseine Unterschrift des Todesurtheils, daß er gegen den Tod desKönigs gestimmt habe. Er hatte nämlich nach dem Worte uou einkaum sichtbares, aber bei näherer Ansicht doch nicht zu verläugnendeS; Komma angebracht, und dadurch den Sinn seiner Sentenz in daS! Gegentheil dessen, was sie zu sagen schien, verwandelt.
! Diese Diatribe über die Namen einzelner Personen führt nnSdurch Analogie oder Jnduction auf die höchst sonderbaren Namen,die sich ganze große Corporationen von Gelehrten, nämlich die soge-nannten Academien in Italien gegeben haben. Kein Land hat so- viele und so alte Academien dieser Art auszuweisen, als Italien.
Schon zur Zeit der Wiedererweckung der Wissenschaften im vierzehn-' ten Jahrhundert hatte jede größere Stadt dieses Landes eine, oft! auch mehrere solche Gesellschaften, und nicht leicht fand man einen