Band 
Zweiter Band.
Seite
236
JPEG-Download
 

236 Israeli, 6ur!osities ok llitsraturs.

mochte dies gefühlt haben, weil er diesem Eindruck seines Namensbei dem Publikum zuvor zu kommen suchte. Er erscheint nämlich aufdem Tittelblatte seines Buches mit den Werken seines Vaters in derHand, mit der Unterschrift aus der Phädra: !

Lt moi, üls incoimu «l'un si ßlorieux pers.

Selbst der geringfügige Umstand, daß sich ein Eigenname mit einem !verrufenen Worte reimen läßt, hat schon manchen in Verlegenheitund selbst in Schaden gebracht. Freret', eines der unschuldigen Opfervon BoileaU'S caustischer Satyre, galt sein ganzes Leben durch, beiFremden wenigstens, für einen Trunkenbold, vbschon er in der Thatein sehr nüchterner Mann war, und das bloß, weil Boileau denunseligen und ihn selbst schändenden Einfall hatte, llreret mit Lsdsrotzu reimen. Es war eine erbärmliche Rache, die Voltaire anLessing nehmen wollte, daß er den Namen desselben nur immerI.e singe schrieb, ohne auch nur einen einzigen der vielen und großenFehler wieder gut zu machen, die ihm Lessing in seiner Drama-turgie vorgeworfen hatte. Der bekannte römische Satyriker Moderahatte in einem seiner beißenden Gedichte eine unbescholtene römische ^Dame von hohem Range, Form« na, angegriffen, und sie unter iandern eine ?utsns gescholten. Als die Klage über diese Beschimpfung jvor Sixtus V. kam, ließ er den Dichter rufen, und fragte ihn, ^aus welchem Grunde er jene Dame so nennen konnte. Dieser wußte ^keine andere Ursache anzugeben, als weil er aus k'ormsns keinen an- idern Reim als ?utsns finden konnte, und er glaubte, mit diesem ^Einfalle vor seinem Richter, der gute Lsilliss wohl leiden konnte, idurchzuschlüpfen. Aber er irrte sich sehr. „Und wie heißt du?" sfragte Sixtus. — Modera, sagte der Dichter. — „Rollers, Ro- zclers," wiederholte der Richter, „du mußt auf die Kslers, und zwaraus dem Grunde, weil ich auf Rollern keinen andern Reim als 6s-lera finden kann." Und die Sentenz wurde ohne Gnade vollzogen. —Wenn dieser und manche andere durch seinen Namen in Unglück kam,so verdanken viele wieder ihr Glück demselben Umstände- Der römischeRegillianus wurde in einem Aufstand der Prätorianer zum Kaisererwählt, bloß weil sein Name in den Ohren der Soldaten, wie siesagten, einen königlichen Klang hatte; und Jovian, früher ein Ge-meiner in der prätorianischen Kohorte, wurde zum Kaiser ernannt,weil sein Name mit dem des beliebten Julian ähnlich lautete.. DieRömer waren bekanntlich ein sehr abergläubisches Volk, und sie trie- >