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Zweiter Band.
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Israeli, 6uriosities ok Literatur e.

der Empfängm'ß und die Wehen der Geburt vorüber waren, in den ^Stunden der Ruhe und der Erholung wieder zu ihren Productionen izurückkehrten, die Fehler und Mangel derselben gleichsam mit dem .Microscope untersuchten, und dieselben oft mit dem ängstlichen Fleiße :einer Ameise verbesserten. Es liegt nicht in der menschlichen Natur,gleich auf den ersten Wurf so zu schreiben, wie z. V. Horaz oderTacituS bei den Alten geschrieben haben. Und wenn auch der Un-geübte einem Werke nicht die Mühe ansehen kann, die eö dem Ur-heber desselben gekostet hat: das Auge des Meisters sieht gar wohl, -waS allerdings nur der Kenner zu sehen im Stande ist. Und meistenshat eben daö, daß man dem Werke diese Mühe nicht ansieht, demWerkmeister selbst die größte Mühe gekostet. Um einen einzigen Gc- jdanken, größerer Werke ganz zu geschweigen, gehörig darzustellen,ist oft viel Abwäschen und Absüßen nöthig, wie Lichtenberg sagt,und bei dieser Arbeit verliert sich der eitle Kitzel, der alles gern nurauf äußeren Glanz berechnen möchte, daher man dann auch immermehr wegstreicht, was bloß dieses Glanzes wegen da zu stehen scheint.Eine Emilie, ein Nathan, eine Jphigenia aus TauriS gingendurch diese Feuerprobe. Man sieht es diesen Werken an feder Zeilean. Aber wie vielen noch, von unseren vaterländischen Schriften,besonders von denen aus den neueren Tagen? — Wir werden siehoffentlich ohne große Mühe zählen können, die Werke, die das feine ^Sieb passirl sind, womit die Zeit sie der Ewigkeit znsichtet. Die jandern alle aber? — Sie haben ein gemeinsames Schicksal mit ihren §Verfassern. Sie spielen, wie die Mücken, am Mittage des Tages,wo sie geboren werden, in der Sonne, und sterben am Abend zuTausenden hin und werden vergessen. ^

Unter denen, die sich'S sauer werden ließen, um das Schicksal 'der Letztgenannten nicht zu verdienen, kann man vorzugsweise den be- Hrühmten Malherbe (gest. 1628), den Vater der französischen Dicht- fkunst, nennen. Seine großen Verdienste um Reinheit und Wohllaut !der Sprache und des Vertrags werden noch fetzt mit allgemeinem !Danke anerkannt. Ihm kostete, wie er selbst sagte, das Ausfeilen jund Verbessern seiner Gedichte zehnmal mehr Zeit und Mühe, alsdie Verfassung derselben. Den größten Theil seines Lebens brachteer mit der Correction der wenigen Gedichte zu, die wir noch vonihm besitzen. Dasselbe läßt sich auch von Balzac, dem Vater der ffranzösischen Prose, sagen, der Wochen, fa Monate damit zubrachte, fum in die Rede von einigen wenigen Seiten Wohlklang und Voll-