Israeli, Ouriositiss ok llitersturs. 2^3
endung zu bringen. Von Tasso's befreitem Jerusalem hat maneinen Theil des eigenhändigen Manuscripts bis aus unsere Zeitenerhalten: eö ist beinahe unleserlich wegen den zahllosen Corrcctionen,die er mit eigener Hand, eine über die andere, geschrieben hat. Die mei-sterhaften llettros provilicislös von Pascal sind aus eine ähnliche Weiseentstanden. Monate durch beschäftigte ihn die Abfassung eines einzigenBriefs, und die meisten von ihnen wurden fünf-, sechs- und mehr-mals angefangen. Dafür ist aber auch dieses Werk, nach dem Ur-theile aller Kenner, eines der vorzüglichsten, die in französischerSprache erschienen sind. Vaugelas arbeitete volle dreißig Jahrean seiner Nebersetzung des QuintuS CurtiuS, und Knebel ver-wandte zu seiner Nebersetzung des Lucrez mehr als vierzig Jahre.Der große Geschichtschreiber Hume wurde deS ewigen VerbessernSseines Werkes nicht müde, auch ist jede der vielen Ausgaben sehrvon der ihr vorhergehenden verschieden. Das Manuscript von Po-pe's Nebersetzung deS Homer wird in der Bibliothek deS brittischenMuseums in drei Quartbänden aufbewahrt. Daü Meiste ist auf derRückseite von Briefen geschrieben, die Pope von seinen FreundenAddison, Steele, Äsung, Congreve u. f. erhalten hatte, wasdiese Manuscripte um so schätzbarer macht. Pope lernte bekanntlichvon sich selbst die Schreibekunst, indem er gedruckte Bücher nach-copirte, wovon auch noch deutliche Reste in seiner Handschrift zusehen sind. Unser Verfasser gibt unS hier aus einer Kupfcrplatte einFacsimile dieses Manuscripts, das den Abschied Hector'S von Au-dromache enthält, und das so voll von Lituren und durchstrichenenund überschriebenen Zeilen ist, daß eS kaum mehr für lesbar geltenkann. Auch Milton'S Verlornes Paradies, wovon das Manuscript
noch in der Bibliothek von Cambridge aufbewahrt wird, ist ganz
bedeckt mit Correcturen von der Hand deS Autors. Als man es demberühmten Johnson zeigte, sagte er: „Da kann man sehen, wieman unsterblich wird, und daß wir alles, was wir später Gutes mitLeichtigkeit thun wollen, zuerst mit Fleiß und Mühe thun müssen." —Auch die Alten müssen diesen Weg gegangen seyn, sie wären sonst,
nicht leicht bis auf unS gekommen. Man sieht dies in der Vollen-
dung und in der hohen Politur, die sie ihren Werken gegeben haben.Auch hat sich die Nachricht davon bei mehreren bis in unsere Zeitenerhalten. So soll Diodor von Sicilicn volle dreißig Jahre anseiner Geschichte gearbeitet haben. JsokrateS feilte ganze zehnJahre an einer einzigen Rede, und Virgil hat in seiner letzten
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