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vielleicht weniger bekannt ist, in einer viel früheren Epoche, im achtenund neunten Jahrhundert unserer Zeitrechnung. In dieser Periodewar es, wo Spanien, von arabischem Feuer erwärmt, sein geistigesLicht in den reichsten Strömen über daS ganze übrige, in dunklerNacht der Barbarei liegende Europa, und selbst über den fernenOrient ausstrahlte; wo der glänzende Hof der Omma jaden zu demRufe der Waffen den Ruhm der Kunst und Wissenschaft fügte, undwo man aus allen Theilen Europas und selbst aus den entlegenstenLändern Asiens nach der Akademie von Cordova wanderte, umdort Licht und Erkenntniß zu erhalten. Nie wurde die Wissenschaftund jede Blüthe des menschlichen Geistes höher geschätzt und mehrgeehrt, als an dem glänzenden Hofe Hakem'S II ; der Ruf der Aka-demie von Cordova ließ den der längst verschollenen zu Alerandrien,so groß dieser auch zu seiner Zeit gewesen war, ließ selbst den Rufder kurz zuvor von Harun-al-Raschid und Almamon gestifteten Hoch-schulen zu Bagdad, Kufa, Baffora, Bokhara u. f. weit hinter sichzurück, und nie war Spanien, im Verhältniß zu seiner Zeit und Um-gebung, intelligenter, nie reicher und glücklicher, nie waren zugleichdie Verwaltung, die Finanzen, die Industrie, der innere und äußereHandel, der Landbau und selbst der Zustand der Straßen besser be-sorgt, als in der glänzenden Periode der Ommajaden. Diese moham-medanische Akademie von Cordova hat sogar den Ruhm, der Christen-heit einen Papst gegeben zu laben, der durch sein eigenes Vorbild,durch seine Schriften und durch seine Erziehung von Kaisern und Kö-nigen mehr alS irgend ein anderer auf die Kultur des damals derBildung jeder Art so hochbedürfkigen christlichen Europas auf daswohlthätigste eingewirkt hat. Papst Sylvester II., der fiühere AbtGer dert, hatte den Schatz seiner ausgebreiteten Gelehrsamkeit andieser hohen Schule Spaniens gesammelt, um ihn dann der übrigen,von ihm im Geiste nicht bloß. sondern auch in der Wahrheit beherrsch-ten christlichen Welt mitzutheilen. Aber nicht bloß in Cordova, derprachtvollen Residenzstadt Abderhamans und HakemS, sondernin den meisten Provinziaistadten Spaniens gab es, z»r Blüthezeit derommajadischen Herrschaft, Akademien, Hochschulen und Bibliothekenaller Art. Jedoch in Hakems Pallast waren die berühmtesten Män-ner seines Zeitalters versammelt, und hier wurde auch die Sammlungder vorzüglichsten Schriften seines und aller vorhergehenden Jahrhun-derte aufgestellt, die er mit großen Kosten durch eigene Abgesandte inden größten Städten von Afrika, Aegyptcn^ Syrien, Arabien und