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Zweiter Band.
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^csäSinis üe 8t. kölersbourz.

lich nur der Stellung, die dasselbe in der Zeit und im Raume unterseinen Umgebungen erhalten hat. Man sollte nicht so klein von denFortschritten der Menschheit denken, um sie von vem Daseyn einzelnerMenschen abhängig zu glauben. Amerika wäre ohne Zweifel baldnach ColumbuS entdeckt worden, auch wenn dieser in seiner Wiegegestorben wäre. Denn nicht er oder sein unternehmender Geist, son-dern die allgemeine Begeisterung der Italiener, Spanier und Portu-giesen für Seereisen zu jener Zeit, dies war die eigentliche Bedingungjener Entdeckung, und diese Begeisterung war wieder durch die vor-hergegangenen Kreuzzüge bedingt, die wohl kein Besonnener alö diebloße Folge besonderer Launen von Einzelnen betrachten wird.

Aber eben in dieser gemeinsamen Begeisterung, in dieser allge-meinen Aufregung der geistigen Kraft liegt der größte Vortheil unddie wahre Stärke der Akademien, und in dieser Beziehung ist eSvorzüglich, daß sie von keiner andern wissenschaftlichen Anstalt ersetztwerden können. Der Mensch, wie er nun einmal ist, auch der beste,bedarf des Antriebs, der Hülse der andern, und eü ist ihm, nacheinem sehr alten Worte, nicht gut, daß er allein sey. Ja nicht bloßdeS SpornS, auch des Zügels bedarf er zuweilen, damit er sich nichtin die maßlosen Räume der Phantasie verirre, und sich am Ende,aus lauter Trieb nach Wahrheit, in den Irrthum so tief hineinstu-diere, daß er sich nicht mehr herausfinden kann, und damit er endlichwas den einsamen Gelehrten, wie man sagt, öfter begegnen soll, sichnicht dem dünkelhaften Glauben übergebe, als wäre daö Licht der Wahr-heit nur ihm allein aufgegangen. Nicht mehr auf seine eigene vor-übereilendc Existenz und auf sein eigenes Werk beschränkt, in welchemer die Weisheit aller Zeiten verschlossen wähnt, arbeitet er vielmehr,gemeinschaftlich mit andern, an einem größer», schon vor Jahrhun-derten angefangenen Werke, und die bändercichen Annalen seinerAkademie erinnern ihn täglich, daß er nur einen schnell vorübergehen-den Antheil an einer Arbeit hat, die lange vor ihm begonnen undeigentlich nie nach ihm enden wird. Die Vereinigung mit Männern,deren jeder in seinem Fache ausgezeichnet ist, und durch die er jedeihm selbst noch fehlende Belehrung erhalten kann, dieses gemeinsameLeben und Wirken mit geistreichen Genossen hebt in demselben Maßeseine eigene Kraft, wie sie den blinden Glauben an diese Kraft wohl-thätig niederdrückt. In solchen Verhältnissen kann der Einfall, eineganze Welt in seiner Kammer aus bloßen Begriffen u priori zu con-struiren, gar nicht aufkommen, wie denn auch unsere eigene tägliche