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Quetelet, über den Menschen.
betrübenden Listen der vor die Gerichte oder auf daö Schaffst geführ-ten Verbrecher vermindern? Wenn wir also auch die geistigen undmoralischen Erscheinungen der Natur jener Rechnung unterwerfen, undin Zahlen ausdrücken wollen, so haben wir es nicht mit den innerenWesen von Tugend und Laster, die auch fernerhin denjenigen Wissen-schaften, welche sich bisher damit beschäftigten, verbleiben mögen, son-dern wir haben cS nur mit ihren veranlassenden äußeren Ursachen,und vorzüglich mit den Wirkungen zu thun, welche sie in der mensch-lichen Gesellschaft hervorbringen, und diese Wirkungen allein sindes auch nur, welche sich jener Rechnung unterwerfen lassen. Es istbisher noch keinem Vernünftigen, wie er auch über diese Gegenständedenken mag, eingefallen, den großen Einfluß einer guten Erziehung undeiner frühen Gewöhnung an Thätigkeit und Ordnung auf die Sitt-lichkeit deS Menschen zu läugnen, ohne deshalb diese Sittlichkeit selbstzu einer bloßen Folge jener Gewohnheit machen zu wollen. Außer dieserErziehung gibt es aber noch andere Einrichtungen, Gebräuche undInstitutionen, die ebenfalls unverkennbaren Einfluß auf die Moralität,und dadurch aus das Glück ganzer Völker haben, und diese Einrich-tungen genauer als bisher, nämlich auf dem Wege der Zahlen kennenzu lernen, kann doch wohl Jedermann nicht anders, als höchst wün-schcnöwerth erscheinen.
Man glaube nur nicht, daß diese geistigen Aeußerungen, deSeinzelnen Menschen sowohl, als auch ganzer Völkerschaften, so eingroßer Theil derselben auch von dem freien Willen abzuhängen schei-nen mag, weniger constant oder größeren Veränderungen unterworfensind, als z. B. die Erscheinungen über Geburt und Tod, die unserenbekannten Mortalitätstafeln zum Grunde liegen. Auch jene Erschei-nungen sind an bestimmte Gesetze gebunden, und die Auffindung, dieBestimmung derselben durch unmittelbare Rechnung ist nicht einmalso schwer oder so complicirt, als diejenigen, auf welche unsere Sterb-lichkeitslisten oder unsere Affecuranzvereine und Versicherungsanstaltengegründet sind, und endlich lange nicht so wundersam grillenhaft, alsder Fall deS Würfels in der Hand des Spielers, der ganz dem blin-den Zufalle überlassen zu seyn scheint, und der demungeachtet schonseit sehr langer Zeit derselben genauen Rechnung unterworfen wor-den ist*).
) Die ersten Aufgaben über die Glücksspiele haben Pascal und Fer-