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Dritter Band.
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4 Ritter's Geschichte der Philosophie.

nahe an der Grenze derselben stehen, darf wohl nicht mehr umständ-lich bewiesen werden, so wenig, als daß eö jetzt allerdings an derZeit ist, den in dieser Periode erhaltenen Zuwachs der Wissenschaftzu ordnen, und der Geschichte derselben ein neues Kapitel hinzu-zufügen.

Der Verfasser des gegenwärtigen Werkes, der dieses Bedürfnißebenfalls lebhaft fühlte, wollte sich mit diesem engeren Standpunkte,der nur die letzten Decennien übersieht, nicht begnügen, sondern viel-mehr von der höchsten Sprosse jener wissenschaftlichen weiter und dasganze große Gebiet der Wissenschaft zeigen, wie es von den erstenBemühungen des grauen Alterthums bis auf den heutigen Tag all-mählich herangewachsen ist zu derjenigen Größe, die nun der Gegen-stand unserer gerechten Bewunderung ist. Ein erhabenes Ziel fürwahrund schwer zu erreichen.

Der vor uns liegende Theil, zwei Bände zusammen von 69Bogen, enthält bloß die Geschichte der Philosophie von ihrem Anfangebis zu den Schülern Plato'S in der älteren Akademie. Das nochzu Erwartende würde also vorzüglich mit Aristoteles beginnen, dessenhier noch keine Erwähnung geschehen ist. Man sieht daraus schondie große Ausdehnung des Werkes, die sich, wenn auch die künftigenTheile dieser Geschichte mit derselben Umständlichkeit behandelt werden,leicht auf sechs und mehr Bände gleichen VolumS mit den beidenersten, ausdehnen können.

In der Vorrede sucht der Verfasser die Nothwendigkeit und Nütz-lichkeit einer Geschichte der Philosophie zu beweisen. Wir können dieshier übergehen, und begnügen uns, zur richtigen Ansicht des Folgen-den, bloß mit der Bemerkung dcS Verfassers, daß er nicht nacheiner solchen Vollendung seines Werkes gestrebt hat, welche alleBedürfnisse, in Rücksicht sowohl auf die Auffassung als auf die Dar-stellung befriedige, weil er sonst, wie er hinzusetzt, die Anfertigungdieses Werkes hätte zu weit hinaus verschieben müssen, oder vielmehr,weil eS dann ganz und gar nicht erschienen wäre. Er mag es sichnicht verläugnen, daß er mancherlei Beschränkungen seiner Fähigkeitund seiner Fertigkeiten unterliege, aber ihn beruhige hierbei, daß erfand, wie solche Werke, welche in Form und Inhalt auf gleicheRundung und Vollkommenheit Anspruch machen, nicht immer die größteWirkung gehabt haben, so daß daher sein eigentliches Bestreben nurdahin ging, ein brauchbares und belehrendes Werk zu schreiben, abernicht eben das belehrendste u. s. w»