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Ritter'S Geschichte der Phtlosopyie.
sprechen wagen, oder Zweifel gegen die Richtigkeit dessen, was jenegefunden zu haben glaubt, äußern. Unsere Meinung dabei ist nurdiese: wir wollen zeigen, daß die Beweise, welche uns bis fetzt vonmanchen Orientalisten geboten wurden, uns, die wir außen stehen,nicht genügen, und dadurch auffordern, gründlichere Beweise zu suchen,oder eine Sache aufzugeben, welche nicht geschichlich bewiesen werdenkann. Unsere Behauptungen dagegen werden mit dem Bewußsein derUnsicherheit ausgesprochen werden, welche in diesem ganzen Gebieteder Forschung herrscht." — In diesem-Tone geht eS mit wenig Un-terbrechung bis zu den Griechen fort. Wir überlassen eS den Lesern,zu beurtheilen, auf wie viele hundert Seiten die 1100 Seiten diesesWerkes reducirt worden wären, wenn sich der Verfasser desselben aufdaS eigentlich Nothwendige beschränkt, und alle Circumlocutionen undWiederholungen vermieden hätte. Ouum llueret lululenlus, erst guoätollere velles. Zwar hat sich der Verfasser bereits erklärt, daß ernicht nach einer solchen Vollendung seines Werkes, in Beziehung aufAbrundung und Darstellung strebe; aber er kann dadurch nicht denForderungen entgehen, die jeder Leser an jedes Buch zu machen be-rechtigt bleibt. Jeder Schriftsteller, der sein Publikum schätzt, mußsich bemühen, wenigstens diejenige Sorgfalt und Auswahl in seineRede zu bringen, die man schon im gewöhnlichen Gespräche an nichtganz gleichgültige Menschen anzuwenden pflegt, und wer einmal öffent-lich schreiben will, muß sich auch gefallen lassen 8cribsiick kerro Isdo-rsm: seribenäi roele, nnm ut mulls, ml moror.
Den Hebräern wird alle Philosophie gänzlich abgesprochen. Wersich, heißt es, den Geist des alten Testaments vergegenwärtiget, wirdwissen, daß in keiner der von ihm umfaßten Schriften ein philosophi-scher Zusammenhang sich findet. Denn die Verfasser leben in ihrer Ueber-zeugung und wollen diese als den Grund alles Heils anerkennen. Beisolchem Verfahren sey es aber gar nicht möglich, auf das allgemeineWesen der Vernunft, auö welchem die Wissenschaft besteht, zurück zugehen. — Wir können damit nicht übereinstimmen, wenn wir nichtder religiösen Stimmung der Jsraeliten in einem weiteren, und dieBedeutung des Wortes „Philosophie" in einem viel engeren Sinneannehmen sollen, als dieß gewöhnlich, ja beinahe allgemein geschieht.Ueberhaupt hat das Meiste, was hier über morgenländische Philo-sophie gesagt wird, wohl nur geringen Werth, da der Verf. nichtzu den Quellen selbst zurückgehen konnte, und überdr'eß diesen Gegen-stand nur flüchtig durcheilt. Was er z. B. über die astronomischen