Band 
Dritter Band.
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Ritter'« Geschichte der Philosophie. 9

n'ellen und geistigen Natur behandeln. Eine üble Richtung, die demwahren Wesen der Philosophie entgegenfirebt, da jedes Denken, daönicht des ErkennenS wegen da ist, als leer betrachtet werden muß.Dieß war der Boden, auf welchem die spätere Sophifiik, diese Pa-rasttenpflanze der Philosophie, so reichlich wucherte.

Der Verfasser geht nun diese vier Haupteintheilungen, die jo-nische, dorische, eleatische und sophistische Philosophie, umständlichdurch, und sucht unö mit dem inneren Wesen derselben näher bekanntzu machen.

Zu der Mischen Schule wird bekanntlich Thales, Anariman-der, AnarimeneS, Diogenes von Apollonia und Anaxago-raS gerechnet. Thales gehört größtentheils mehr in das Gebietder Sage, als der Geschichte, da es uns an sicheren Mittheilungenüber ihn fehlt. Er lebte gegen 640 v. Ch. Er soll den Ursprungaller Dinge aus Einem Urwesen, dem Wasser, abgeleitet haben; da-her alle Dinge sich vom Feuchten ernähren, der Same aller Thiereund Pflanzen feucht seyn und selbst die Wärme aus der Feuchte ent-stehen soll. Er betrachtete sonach das ganze Universum als ein beleb-tes Wesen, daS sich aus seinem ursprünglich feuchten Zustande hervor-bildet. Auch das scheinbar Todte war ihm belebt, und Magnetund Bernstein hatten eine Seele, weil sie andere Dinge bewegen u. s. w.Diese Ansichten von der Entstehung des Weltalls blieb in der ioni-schen Schule vorherrschend. AnarimeneS (530 v. Ch.) suchteden Grund aller Dinge in der unendlichen Luft, welche das Weltallüberall erfülle, und von welcher die Erde getragen werde, wie sie,nach Thales, in dem Wasser schwimmen sollte. Alles werde nurLuft und in sie kehre alles wieder zurück; die Seele des Menschenselbst ist die Luft, und diese Seele ist eben so unvergänglich, wie diedas ganze Weltall umgebende und beseligende Luft unvergänglich undewig ist. Diogenes von Apollonia (450 vor Chr.). Von ihm hatuns Simplicius einige Fragmente seiner Schriften gerettet. Erdrang zuerst darauf, aüeö, was da ist, nur aus einem einzigen Ur-wesen abzuleiten, und die Welt selbst auch nur als ein Wesen anzu-sehen, wahrscheinlich im Gegensatze mit den Widersprüchen, welcheandere Philosophen auf die Bahn brachten, die mehrere Urwesen an-nahmen. DieseS Urwesen ist auch ihm die Luft, aber eine Art vongeistiger, beseelter Luft, von welcher die menschliche Seele ein Theilist, während die äußere sogenannte Luft nur der Träger jenes Geistesist. Man sieht, wie sich diese metaphysische Ansicht im Fortschreiten