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Dritter Band.
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Ritter's Geschichte der Philosophie.

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umwandelnden). Seine Schüler theilte er in zwei Klassen, von wel-chen die einen des Morgens in tieferen philosophischen Untersuchungen(die akrvamatischen), die andern aber deö Abends in mehr vorberei-tenden und allgemeineren Vortragen (den eroterischen) geübt wurden.Hier lebte er dreizehn Jahre. Gegen das Ende dieser Zeit soll erbei seinem königlichen Schüler und Gönner in Ungnade gefallen seyn,weil er die veränderten Sitten desselben zu freimüthig tadelte. Ari-stoteles begab sich nach Chalciü, um, wie man sagt, einem ähnli-chen Tode, wie SokrateS erfahren hatte, zu entgehen, indem manihm ein Gedicht zum Lobe des Hermes als Frevel gegen dieGötter auslegte. Bald nach dieser Flucht von Athen starb er auchzn ChalciS.

Diesen wenigen, aber aus den Quellen gezogenen Nachrichtenfolgt nun S. 16 die Charakteristik seiner Schriften im Allgemeinen,die viel Treffendes enthält, aber doch wohl auch von den Ansichtennicht frei ist, die sich nicht leicht genügend vertheidigen lassen werden.So heißt eS unter andern: „daß er auf den Zusammenhang nichtgenug achtet, in welchem die Wissenschaft dcS Allgemeinen und derNatur mit dem Willen und dem Gemüthe des Menschen steht. Daherhaben seine Schriften nicht das Eindringliche, welches den WerkenPlato'S einen ihrer größten Reize gewährt, und ihnen so viel Wärmeund Innigkeit verleiht. Aristoteles wußte die Ergebnisse seiner Wissen-schaft nicht mit dem belebenden Geiste der Phantasie zu durchdrungen.Deßhalb fehlt ihm die Kunst der großartigen Zusammenordnung,daher ist seine Darstellung oft unschön, abgebrochen, schwer in ihrenBeziehungen zu fassen, nid rur selten gelangt se zur vollende-ten Durchsichtigkeit deck Gedankens." — Unser Verfasser scheint,wenn wir ihn recht verstehen, bei dem Philosophen Aristoteles denpoetischen Schmuck zu vermissen, den Plato über seine Werke ver-breitet hat. Allein dieß möchten wir ihm nicht als Tadel anrechnen.„An die Stelle der Kunst," sagt er weiter, „hat Aristoteles dieG-lehrsamkeit gesetzt." Wir würden statt Kunst „Poesie" und stattGelehisamkeit „daö scharfe Denken" setzen, und hierin können wirunmöglich, wie der Verfasser S. 17, ein Zeichen des herannahendenVerfalls der Philosophie sehen. Ucberhaupt sind Plato und Aristo-teles gar nicht mit einander in Vergleich zu stellen, so wenig z. B.als Herder und Kant. Ohne den übrigen großen Eigenschaftendeck Itt-rrco»-, wie ihn die Alten nannten, zu nahe zu treten,

erscheint er, wenn von der Schärfe des Gedankens und deö Anö»