Band 
Dritter Band.
Seite
324
JPEG-Download
 

324

^Vbervell, .^stronamx.

einer Raupe nur noch ein klein wenig weiter sähe, als es eben sieht,so würde cS wissen, daß es eigentlich gar nichts weiß, und daß daSWesen, welches fenen Garten, den sie ebenfalls nicht seinem klein-sten Theile nach kennt, gemacht hat, so unendlich weit über ihm er-haben ist, daß ihm, dem Wurm, auch nicht von weitem wcdereinUrtheil, noch eine Vergleichung zwischen sich und ihm zustehen kann.

Und dasselbe gilt auch, ganz mit denselben Worten, von unseremVerfasser. Was weiß er, und waS wissen wir alle von dem großen,ohne Grenze» sich inö Unendliche erstreckenden Garten Gottes, in wel-chem uns Kurzsichtigen, uns Blindgeborncn eine Spanne, ein Kohl-blatt angcwiisen worden ist, unsere Wiege und unser Grab, über daShinaus für unö nichts, als unbekannter Boden und undurchdringlichesGeheimniß ist. Ja selbst diese Handbreit Land, die uns angewiesenwurde, ist sie etwa uns schon so gut bekannt, daß wir nur mehr nachfremden Gegenden reisen müssen, unsere Neugicrde zu befriedigen.Stehen wir nicht se.bst, vor unö selbst, ein unanstöSlicheS Räthselda? Und der Ohnmächtige will cS wagen — wahrlich, waö zu-vor noch löblich schien, muß, näher besehen, vermessen heißen,und eure Weisheit ist eitel Thorheit, euer Päan ist Lästerung ge-worden, die schwere Strafe verdiente, wenn sie nicht — von einerRaupe käme.

Indem wir daher von dem letzten Zwecke unseres Autors abstra-,» hiren, da eine des erhabenen Gegenstandes nur einigermaßen würdige

Auflösung dieses Problems weit außer dem Bereiche seiner und über-haupt aller menschlichen Kräfte liegt, wird es uns, zu unserer eigenenBelehrung und Erbauung, doch immer noch erlaubt s.yn, der wunder-baren Harmonie und Angemcffcnhcit in den Einrichtungen der Naturnachzu'orschen, und davon so viel, als uns nun eben gegönnt ist, zuunserer Kenntniß zu bringen. Und diesen untergeordneten Zweck zuerreichen, ist unö die voilsigcndc Schrift in der That in hohem Gradebehülflich, wie die Leser aus der näheren Anzeige derselben sogleichselbst sehen werden. Doch wird eö ihnen bei diesem Geschäfte nicht ent-gehen, daß der Verfasser selbst, so viele Kenntnisse seines Gegenstan-des er auch entwickeln und so treffend er sie auch darstellm mag, dievorhergehende Bemerkung nur zu oft, selbst gegen seinen besten Willen,bestätigen muß.

So findet er z. B. im ersten Kapitel des ersten Buches, daß dieLänge des JahrcS ganz genau diese seyn muß, die sie ist, wennnicht alle Pflanzen und Thiere leiden oder gar zu Grunde gehen sollen.