Band 
Dritter Band.
Seite
329
JPEG-Download
 

überroll, ^«tronomx.

329

Lslenüar ok lllora bereits allgemein bekannt seyn sollen. In diesenbotanischen Almanachen soll es z. B. heißen: „Das Geißblatt treibtseine Blätter im Januar, die Stachelbeere zu Ende Februars, diedie Weide, Ulme und Linde im April, die Eiche und Esche im AnfangdcS Mai u. f. Eben so blüht der Seidelbast (vsplms msrsreum)und daS Schneeglöckchen (6n!snllius) im Februar, die Schlüsselblumeim März, die Zeitlose (Lololiicum sul.) erst im Oktober u. s. w."Wir andere schließen nur daraus, daß daS Klima des südlichen Eng»landö viel milder sein müsse, als das von Wien, obgleich London überdrei Grade nördlicher liegt, als die Hauptstadt von Oesterreich. Aberwelchen Schluß zieht der Verfasser daraus? — Wir wollen ihn, umjede Mißdeutung zu vermeiden, selbst reden lassen. „Aus allem Vor-hergehenden ist klar," sagt er Seite 28, „daß, wenn die Dauer derverschiedenen Jahreszeiten eine beträchtliche Aenderung erlitte, der Fort-gang dcS vegetabilischen Lebens unterbrochen, verrückt und gänzlichzerstört werden müßte. Was würde, um nur Eines anzuführen, waswürde wohl auü diesem unserem Lslenüar ok blors werden, wenndaö Jahr um mehrere Monate länger oder kürzer würde? Einigeder oben angeführten Daten würden in dem einen dieser beiden Fällegar nicht mehr vorkommen, und in dem anderen Falle würden mehrereMonate ganz ohne Daten bleiben." — Der Verfasser scheint dießals ein gewaltiges Unglück zu betrachten, dem auf keine Weise abzu-helfen wäre. Allein unserer Meinung nach würde man, wenn ja ein-mal ein solcher Fall eintreten sollte, bloß einen neuen Kalender zumachen brauchen, und damit wäre die Sache abgethan, und diesemUebel gänzlich abgeholfen, eben so, wie man das im Jahr 1582 beiGelegenheit der gregorianischen Reform unseres bürgerlichen Kalendersgemacht hat, wo man aus dem Oktober dieses JahreS zehn Tageweggenommen, und nach dem vierten dieses Monats unmittelbar denfünfzehnten, und statt den Montag den Freitag genommen hat, undwo seit dieser Zeit alles wieder in guter Ordnung ist, und hoffentlichauch noch eine gute Weile bleiben wird.

Auf eine ähnliche Weise wird im zweiten Kapitel auch die Längedes TageS untersucht. Ohne uns hier wieder auf dieselben Bemer-kungen, wie bei der Länge des Jahres, einzulassen, wollen wir nureinige der interessantesten Bemerkungen anführen, die der gelehrte Verf.zu diesem seinem Zwecke gesammelt hat.

So wie Linus den oben erwähnten Kalender der Flora, so hater auch eine Blumensonnenuhr zuerst vorgeschlagen. Diese sollte