VVKevrell, ^stronomx.
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li'cher als in Algier zur völligen Reife kommen, und hier beträgt diemittlere Jahrestemperatur 17 Grade Röaumur. Also muß zu Je-rusalem in jener Zeit, wo die Kultur dcS Dattelbaums ins Großebetrieben wurde, diese Temperatur ebenfalls wenigstens 17 Grade,und nicht weniger, betragen haben. Der Weinstock aber kömmtheut zu Tage nicht südlicher, als bis zu den kanarischen Inseln vor,wo z. B. auf Ferro die mittlere Temperatur nahe 18 Grade beträgt.Schon zu Kairo, wo die mittlere Temperatur 18s/z Grad ist, findetman wohl noch einige Weinreben in den Gärten, aber keinen eigent-lichen Weinbau mehr. Also muß zu Jerusalem in jener Zeit, wodaselbst.so viel Wein gebaut wurde, die mittlere Jahrestemperaturhöchstens 18 Grade und nicht mehr betragen haben. Die Dattel-palme und der Weinstock vereinigen sich demnach dahin, daß die mitt-lere Temperatur Palästinas vor nahe 3300 Jahren durchaus nichtbeträchtlich von 17^ Grade Nöaum. verschieden gewesen seyn kann.Und welches ist heut zu Tage die mittlere Temperatur dieses Landes?— Ganz eben dieselbe, zum schöne» Beweise, daß das Klimadieses Landes sich in einem so langen Zeitraume nicht merkbar ge-ändert haben kann.
Unsere edleren Früchte sind beinahe alle aus wärmeren Gegen-den zu uns verpflanzt worden. Der Wallnuß- und Psirsichbaumkömmt aus Persten; die Aprikose aus Armenien; die Kirsche, Birne,Feige, Olive, Pflaume, die Maulbeere und die Granatäpfel ausKleinasien und Syrien, und der Weinstock wurde bisher nur an densüdlichen Ufern des kaSpischen Meeres wild wachsend gesunden. DieCerealien oder unsere sämmtlichen Getreidearten waren uns gewißauch einmal ganz fremd, aber eS ist unseren Botanikern noch nichtgelungen, ihr eigentliches Vaterland zu entdecken. Man wollte be-haupten, daß die Gerste an den Ufern der Scmara in der Tatareywildwachsend gefunden wurde, so wie der Wcitzen bei den Baschkirenin Asien und der Roggen auf der Insel Kreta, aber man konnte esbisher noch nicht mit Gewißheit darthun. Auch von der Kartoffel,dieser jetzt so weit verbreiteten und so wohlthätig wirkenden Pflanze,hat man das Vaterland, wo sie wild wächst, lange genug vergebensgesucht, wie Humboldt in seiner Geographie der Pflanzen S. 29zeigt; doch scheint es jetzt (nach Sabine in den UortloultursI Irsns-sot. Vol. V. S. 2L9) ausgemacht, daß die eßbare Kartoffel in derNähe von Valparaiso in Chili wild wachsend angetroffen wird.
Littrow »i. 22