Band 
Dritter Band.
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VVlisvvsIl, Xstronom^.

Mit besonderer Sorgfalt sind die beiden Kapitel IX und X überden Einfluß des Wassers und der Luft auf die Temperatur der Ober-fläche der Erde ausgearbeitet, und man sieht, daß das Meer und dieAtmosphäre zwei der vorzüglichsten Mittel sind, durch welche die Na-tur jene constante mittlere Jahrestemperatur, die für die ganze vege-tabilische und animalische Welt so nothwendig ist, zu erhalten suchte.— Bekanntlich pflanzt sich die Wärme, welche den Körpern an ihrerOberfläche durch die Sonne ertheilt wird, bei den festen Körperndurch Leitung (Conduction) mit, indem die Wärme der Oberflächenach und nach in die inneren Theile dcS Körpers fortschreitet; beiden flüssigen Körpern aber, deren Theile alle sehr beweglich sind,geschieht diese Fortpflanzung der Wärme durch die Bewegung ihrerTheile. Wenn z. B. die Oberfläche deS Wassers kälter wlrd, sowird dadurch auch diese oberste Wasserschichte schwerer, sinkt daherdurch ihr Gewicht gegen den Boden herab, und verdrängt dadurchdas untere wärmere Wasser, welches daher wieder aufsteigt, und soentsteht ein fortgesetzter doppelter Strom, des kälteren Wassers ab-wärts und deö wärmeren auswärts, bis endlich die ganze Wassermaffein allen ihren Theilet, dieselbe Temperatur erhält. Eben so verhältes sich bei der Erwärmung der unteren Schichten z. B. in unserenKochgefäßen, wo das untere, von dem Feuer erwärmte und dadurchleichtere Wasser heraufsteigt, während das obere, kältere, durch seineSchwere herabfällt. Diese Durchwärmung der ganzen Masse gehtüberdies bei flüssigen Körpern viel schneller vor sich, als bei festeren,und aus dieser Ursache sind auch die Temperaturänderungen, welcheder Wechsel deS Tages und der Nacht, oder des Sommers und Win-ters hervorbringt, bei unseren Seen und Flüssen viel geringer, alsauf der Oberfläche des festen Landes. Denn die auf die OberflächedeS Wassers wirkende Kälte wird, wie gesagt, viel schneller durch dieganze Masse vertheilt, als bei festen Körpern, und die der OberflächedeS Wassers durch die Sonnenstrahlen mitgetheilte Wärme wird über-dies von dem Wasser, als von einer spiegelartig reflectirenden Flüs-sigkeit, in geringerem Maße aufgenommen, während die eben daselbsteinwirkende Kälte durch die erwähnte Circulatron der einzelnen Was-sertheile, sich schnell durch die ganze Flüssigkeit verbreitet, und alsodadurch auch wieder geschwächt wird. Bei großen Meeren kömmt ,noch dazu, daß die verschiedenen Temperaturen weit von einander ge-legener Strecken eigene Strömungen deö Wassers erzeugen, durch ^welche die Kälte sowohl, als auch die Wärme wieder gemildert, und ;