Band 
Dritter Band.
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einem mittleren Zustande der Temperatur näher geführt wird. Derbekannte Golf-Strom (Kulk-Stream) z. B. entspringt im mexicani-! schen Meerbusen, erhebt sich von da, in einer Breite von dreißigMeilen, mit reißender Schnelligkeit bis gegen Neufoundland, durchführt. dann daö ganze atlantische Meer bis zu der westlichen Küste Europas,und senkt sich endlich im Westen von Afrika wieder südwärts herab,wodurch er zuerst die tropische Hitze Amerikas nach Norden und nachdem westlichen Europa führt, und von da wieder die nördliche Kühlenach Afrika bringt, und dadurch die kalte Nordseite der westlichenalten Welt erwärmt, die warme Südseite derselben aber wieder ab-kühlt. AuS diesen Ursachen sind die Inseln und die dem Meere nähergelegenen Gegenden des Festlandes immer einer gemäßigteren Tem-peratur, in Beziehung auf Hitze sowohl, als auch auf Kälte, unter-worfen, als daS Innere großer Binnenländer in derselben geographi-schen Breite. Diese letzten oder die großen Continente haben immereinen bedeutenderen Wechsel der Wärme, immer heißere Sommer undzugleich kältere Winter, als Küstenländer und Inseln, die eben so weit,als jene, von dem Aequator entfernt sind. So sind in London die' Sommer kühler und die Winter wärmer, als in Paris. So sind in! Moskau und Kasan die obwohl kurzen Sommer viel heißer, und diej langen Winter sehr viel kälter, als in Hamburg oder Kopenhagenund Edinburg, obschon diese Städte nahe in derselben Breite liegen.Peking hat einen Sommer wie Neapel und einen Winter wie Kopen-hagen. Von Binnenmeeren häufig durchschnittene Länder, wie Däne-mark und Griechenland, oder größere Inselgruppen, erfreuen sich immereiner milderen, von großer Hitze und Kälte mehr entfernten Tempe-ratur, als große Continentalstrecken.

Wenn also an der Oberfläche unserer Seen und Flüsse dasWasser kälter wird, so wird eS auch dichter, und sinkt daher, durchsein größeres Gewicht, zu Boden. Wenn dies Gesetz aber genau sol wäre, wie es hier eben ausgesprochen worden ist, so würde das Was-! ser zuerst am Boden des Seeö gefrieren, und dieses einmal gebildete' Grundeis würde nicht leicht mehr durch das von den Sonnenstrahlenerwärmte Wasser über ihm zum Schmelzen gebracht werden könne»,da dieses wärmere, also auch leichtere Wasser nicht zu dem unteren,^ kälteren, also auch nicht zu dem Grundeise hcrabsinken kann. Diesist so richtig, daß sogar Rumsord in einem Gefäße, das unten Eisund über dem Eise Wasser enthielt, das Wasser zum Kochen bringenkonnte, ohne daß das unter ihm liegende Eis geschmolzen wäre. Wenn

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