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Dritter Band.
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VViiovell, ^stronomx.

nun aber dies alles sich in der That so verhielte, so müßten alleunsere Teiche und Flüsse, sammt dem Ocean, auf einem Eisbetteruhen, und dieser Boden von Eis würde, so oft die geringste Kälteeintritt, sich vermehren, bis endlich die ganze Masse zu einem festenKörper zusammen gefrorenswäre. Wir würden schon längst kein an-deres Wasser mehr haben, als das, welches die Sonne im höchstenSommer auf der Oberfläche jener großen Eisklumpen aufthaut, unddaS bei der ersten kühlen Nacht wieder zu Eis werden muß.

Wenn also das Wasser, vermöge des erwähnten Gesetzes, durchdie Kälte immerfort und regelmäßig verdichtet oder zusammengezogenwird, so würden wir, wenigstens in den beiden gemäßigten Zonen,schon längst keine Flüsse und Seen mehr haben. Diesem Uebel hataber die Natur durch eine geringe Modification jenes Gesetzes voll-kommen abgeholfen. — DaS Wasser zieht sich durch die Kälte in derThat immer mehr zusammen, aber nur, bis eö zu der Temperaturvon st- 3".5 Reaum. gekommen ist. Von hier aber fängt eS an,wenn es noch kälter wird, sich wieder auszudehnen, und wenn esendlich bis zu der Temperatur 0° gekommen ist, so friert es oder esverwandelt sich in Eis. Das Wasser hat daher seine größte Dich-tigkeit bei st-3 ".5 Rsaum., und Wasser von dieser Temperatur mußimmer auf dem Boden liegen, oder den untersten Theil der ganzenWaffermasse einnehmen. Sollte das obere Wasser noch kälter werde»als Z0.5, so wird es deßhalb nicht zu Boden fallen, um das dortbereits liegende wärmere Wasser zu verdrängen. Also kann auch innur etwas tieferen Seen oder Flüssen das Wasser am Boden niezuerst gefrieren. Denn wie dieses tiefere Wasser dem Gefrierpunktebis auf 3".5 näher kömmt, hört es auf, sich zu verdichten, und überdiesen Punkt fängt eö an sich auszudehnen, leichter zu werden, unddaher zur Oberfläche aufzusteigen, und hier, auf der Oberfläche, wirdes zu frieren anfangen, und dieses in der Höhe gebildete Eis wird,wenn es der dauernden Einwirkung der kommenden Frühlingsstrahlender Sonne ausgesetzt ist, denselben nicht lange widerstehen, sondernwieder in seinen früheren Zustand zurückkehren. Wir dürfe» dahernicht fürchten, daß all unser Wasser in ewiges Eis verwandelt wer-den sollte, wie dies, ohne diese geringe Modifikation jenes Gesetzes,allerdings der Fall seyn müßte, wenn nämlich das Wasser bis zudem Gefrierpunkte sich immer mehr zusammenziehen würde.

Dazu kömmt noch, daß das schon seit 3".5 sich wieder ausdeh-nende Wasser, im Augenblick des Gefrierens, bei 0" Rsaum., eine