Band 
Dritter Band.
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VVKerrell, ^stronoin^.

Stelle heißt, dem Landbauer jeder Gegend ich weiß nicht welcher in-stinktartige Trieb angeboren seyn, nicht die vaterländischen Gewächseauf seinen Feldern und Gärten zu pflanzen oder zu veredeln, sondernvielmehr fremde, ausländische Pflanzen zu ziehen, und diesem Instinkthabe» wir eS zu danken, daß wir jetzt so viele Früchte auf unseremBoden haben, die man früher nur in viel wärmeren Gegenden ange-troffen hat. Auch dieser, wie so mancher andere Satz, ist wiederschief gestellt, und bedarf daher einer Berichtigung. Als unsere Vor-fahren, die alten Deutschen, ihre Eichenwälder verließen, und gegendas römische Reich vordrangen, bedurften sie kaum eines eigenen In-stinkts oder einer prädestinirten Einrichtung ihres Organismus, um diefeinen, schmackhaften Obstsorten und Weine Italiens ihren vaterländi-schen Holzäpseln und ihrem Meerrettich vorzuziehen, und die bloßeKenntniß jener besseren Dinge war wohl schon hinreichend, auch denBesitz derselben wünschenSwerth zu finden.

Beweise dieser Art, und wie viele dergleichen findet man in die-ser Schrift, beweisen eigentlich gar nichts, oder doch gewiß nicht das,waS der Verfasser so gern durch sie bewiesen haben möchte. Esgibt ja so viele andere, weit bessere, und ein einziger wahrhaft guterund unwiderlegbarer wird hundert anderen dieser Art vorzuziehen seyn.

Der Verfasser müht sich ab, von allem waS er in den verschie-denen Gegenden der Erde findet, zu beweisen, daß eS auch da, undnur da gesunden werden muß, und daß nichts anderes mehr daselbstgefunden werden kann. Allein dieß heißt von den Kräften der Natur,und noch mehr von demjenigen sehr menschlich, also kleinlich denken,der eben diese Kräfte in die Natur gelegt, und sie so gebildet hat,daß sie sich mit unendlicher Schmiegsamkeit den mannigfaltigsten Ver-hältnissen accomodiren kann. Dieselben Stellen, die früher vom Meerebedeckt waren, sind jetzt trocken gelegt, und bilden das Festland, unddie Gipfel unserer höchsten Berge bildeten vielleicht vor Jahrtausendenden Boden dcS Oceans. Aber sie alle tragen in ihrem jetzigen Zu-stande noch immer die demselben angemessenen Pflanzen und Thiere, wiesie es in ihrem früheren Zustande mit anderen Pflanzen und Thieren ge-than haben: überall ist Leben, und überall wird Leben seyn, welche Ver-änderungen auch die Folge der Zeiten auf unserer Erde herausführen mag.Wir wünschen uns Glück, bis zu der Erkenntniß vorgedrungen zu seyn,daß alles, waö wir um unS sehen, so zweckmäßig eingerichtet sey, daß eS garnicht anders mehr seyn könne. Aber wir würden noch viel mehr Ur-sache haben, uns zu unserer Kenntniß der Natur Glück zu wünschen,