>VIierveII, ^stronomx.
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wenn wir einsehen könnten, wie diese selbe Natur, auch unter ganzanderen Verhältnissen, wieder neue und eben so angemessene Kräftezu entwickeln, eben so zweckmäßige Erzeugnisse in derselben Fülle her-vorzubringen im Stande ist. Wir bewundern eS, daß alles so ist,wie eS, nach unserer Meinung, seyn muß; aber müssen wir eS nichtnoch viel mehr bewundern, daß dieselbe Kraft deS immer und unterallen Verhältnissen thätigen Lebens, welche die schaffende Allmachtin die Natur gelegt hat, unter anderen Bedingungen auch ganz an-dere Geschöpfe hervorbringen kann, die eben so gut und zweckmä-ßig sind, als sie, diesen neuen Bedingungen gemäß, wieder seynmüssen? — Unsere Erde muß vor Zeiten ohne Zweifel ganz mitWasser bedeckt, und die Temperatur, ja die ganze Beschaffenheit ihrerOberfläche muß von der gegenwärtigen so sehr verschieden gewesenseyn, daß sie nicht nur für den Menschen, der damals noch nichtwar, sondern für beinahe alle die Thiere und Pflanzen, die wir setztauf dem Festlande und auf den Inseln sehen, nicht anders als ganzunbewohnbar seyn mußte. Dafür erzeugte sie in jener ersten Periodeandere Thiere und Pflanzen, die zu jenem Zustande eben so gut paß-ten, wie die jetzt lebenden dem gegenwärtigen Zustande der Erde an-gemessen sind. Wer mag es läugnen, daß vielleicht schon mehreresolche Perioden, mehrere solche totale Metamorphosen der ganzen Erdevorübergegangen sind, und daß ihnen auch noch mehrere folgen wer-den? Sehen wir nicht in den Eingeweiden dieser Erde, so wie aufden Gipfeln ibrer höchsten Berge die Trümmer jener untergegangenenVorwelt, die Ueberreste und Abbildungen von so vielen Pflanzen undThieren, zu welchen wir, in der heutigen Welt, die Originale verge-bens suchen? Und warum sollten diese Verwandlungen, so gewaltsamund zerstörend sie auch unseren kurzsichtigen Blicken erscheinen, warumsollten sie, verbunden mit jener Schmicgsamkcit der Natur, sich selbstden entgegengesetztesten Verhältnissen anzupassen, nicht eben so, ja nochviel mehr in den Plan ihres unendlichen Urhebers gehören dürfen, alsdiese starre, unbeholfene Natur unseres Professors, die nur für eineneinzigen Zustand paßt, und bei der geringsten Veränderung desselbensogleich ihrem Untergänge entgegen zu eilen droht? Er glaubt ge-sunden zu haben, warum wir nur zwei Füße, andere Thiere aber vier,und wieder andere hundert erhalten haben; er hat uns gezeigt, daßdie Füße zum Gehen und die Flügel zum Fliegen gehören, und erhat uns mit vielem Scharfsinne bewiesen, warum alle Thiere geradean den Stellen, wo sie ihre Augen tragen, auch eben so viele Löcher