Band 
Dritter Band.
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IVliervell, ^stronom^.

in den Pelz geschnitten haben. — Wir wollen ihm seine Freudenicht verkümmern, und uns indeß damit trösten, daß wir von demGanzen und von dem diesem Ganzen zum Grunde liegenden Planeeben so wenig, als er selbst, wissen; daß wir aber dieser Unwissenheitund der aus ihr entspringenden Ehrfurcht vor dem, was wir nicht be-greifen können, angemessener halten, entweder, waö das Beste wäre,ganz zu schweigen, oder doch, wenn wir ja unser thörichtes Lob, dennwas kann eö anders seyn, für wichtig genug oder gar für nothwendighalten, wenigstens nicht so menschlich beschränkt zu loben, und amEnde noch sich selbst zu schmeicheln, man habe was Großes gethan,indem man das Höchste, weil man eS nicht erreichen konnte, wenigstenszu sich herabzuziehen versucht habe.

Noch dürfen wir eine Bemerkung nicht unterdrücken, die sich UNSan mehr als einer Stelle dieses Werkes aufgedrängt hat^ ES istkein Zweifel, der Verfasser entwickelt in demselben viele und vielseitigeKenntnisse, selbst solche, die eine nähere Bekanntschaft mit Mathematikund Astronomie bezeugen, und die man sonst auch bei hochgebildetenMännern, nicht nur bei uns, sondern auch im Auslande selten genugantrifft. Auch ist der Styl ausgezeichnet und sein Vortrag schön, und,wo sich die Gelegenheit dazu anbietet, selbst blühend zu nennen. Alleinfür ein Werk dieser Art, das doch, zwar nur für Gebildete, aberdoch auch für einen größeren Kreis von nicht streng wissenschaftlichenLesern bestimmt ist, ist der Verfasser oft nicht deutlich genug, odervielmehr, um ihm nicht Unrecht zu thun, setzt er zu viel Vorkenntnissevoraus, und bleibt eben deßwegen für den bei weitem größeren Theilseiner Leser dunkel. So will er, um mich durch ein Beispiel deutlichzu machen, S. 158 beweisen, daß die geringe Ercentricität der Erd-bahn absichtlich gewählt sey, um dadurch die Jahreszeiten der Erdein derjenigen Ordnung zu erhalten, in welcher sie nun für uns sowohlthätig wirken. Dieß thut er nun mit folgenden Worten, diewir dem Originale möglichst getreu wiedergeben: „Eine kreisförmigeoder nahe kreisförmige Bahn der Erde ist die einzige, in welcher wireinen solchen Verlauf der Jahreszeiten erhalten können, wie wir den-selben jetzt in der That haben; die einzige, für welche daö Klima dernördlichen und südlichen Hemisphäre nahe dasselbe ist; und waö nochwichtiger ist, die einzige, für welche der Charakter der Jahreszeitenfür alle Jahrhunderte immer derselbe bleibt. Denn wenn die Excen-tricität der Erdbahn beträchtlich groß wäre, so würde der Wärme-unterschied, der von der Verschiedenheit der Entfernung der Erde von