Band 
Dritter Band.
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375
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zVborvsll, Uistor^ ol inäuct. seisucss. 375

erwarten kann, da er, wie seine früheren Schriften zeigen, sein gan-zes Lebe» damit zugebracht hat, alle die einzelnen Wissenschaften, umdie es sich hier handelt, z« erforschen, und da er auch auf seinenvieljährigen Reisen im In- und AuSlande die ausgezeichnetsten Litera-toren jedes Faches persönlich kennen gelernt hat, daher denn die Lei-stungen dieser noch unter uns lebenden Meister in dem vorliegendenWerke in gleichem Maße mit denen behandelt werden, die schon längstaus unserer Mitte geschieden sind, wodurch allerdings seine Arbeit unsselbst nur noch schätzbarer werden muß. „Da ich," sagt der Vers.,„den größten Theil meines Lebens in der Gesellschaft der vorzüglichstenGeister der Vergangenheit und der Gegenwart zugebracht habe, sodurfte ich mich kür fähig halten, mich an der Schönheit ihrer Ideenzu erfreuen, ihre hohen Talente zu bewundern, und, ich wage eS hin-zuzusetzen, vie Entdeckungen und die Zwecke, die Hoffnungen und dieAbsichten dieser Männer zu erkennen. Demnach trat ich auch vonder Verantwortlichkeit nicht zurück, welche der Charakter deö Geschicht-schreibers mir auferlegt, selbst nicht, wenn ich in den Kreis derjenigenMänner treten sollte, die noch unter uns leben, und in deren Mittewir uns selbst noch bewegen. Wäre ich zaghaft von ihnen zurückge-wichen, so würde dadurch mein Werk unvollständig und verstümmeltgeworden seyn, und eS wäre nicht mehr, wie ich doch wollte, als eineWarte zu betrachten seyn, von deren Höhe man seinen Blick mit glei-cher Leichtigkeit aus der Gegenwart in die Jetztzeit und die ferneZukunft hätte richten können." An diese Aeußerungen weiß der Vers.sehr sinnige Bemerkungen über den Unterschied zu knüpfen, der zwi-schen dem Vers. einer politischen und einer Literaturgeschichte Statthat. Der letzte muß die inneren Verdienste, das geistige Gewicht derMänner erforschen, die er in seinem Gemälde auftreten läßt, währendjener sich schon mit den äußere» Handlungen und den nächsten Er-folgen derselben begnügt. Jener muß seinem Gegenstände und denveranlassenden Ursachen desselben ein viel ernsteres Studium widmen,um ihn nach allen seinen Beziehungen kennen zu lernen, während die-ser, dem nur selten die wahren Triebfedern der von ihm DargestelltenEreignisse bekannt gegeben werden, sich meistens auf die ruhige, undso viel möglich parteilose Erzählung des Factums beschränkt. Dieser,der gewöhnliche Historiker, hat seinen Anhalt an der Volksstimme,die ihm gleich einer Leuchte auf allen seinen Wegen voranzicht, undvon der er sich, es mag nun von dem grauen Alterthume oder vonden neuesten Ereignissen seiner eigenen Tage die Rede seyn, nicht