376 VVdoxvell, llistor^ ol inäuct. Sciences.
leicht entfernen darf. Diese gewaltige, wenn gleich vielleicht oft sehrtrügerische Stimme, hat über Alexander «nd Cäsar, über Attila undKarl M. bereits längst abgesprochen, und es kann nicht mehr an unsseyn, dieses Urtheil zu rectisiciren, da wir von den Gegenständen des-selben viel zu weit entfernt sind. Ganz eben so wird sich, durch die-selbe Volksstimme, wie sie in den Geschichtschreibern der Gegenwartlebt, ein Urtheil über die wunderbaren Ereignisse unserer eigenenTage festsetzen, ein vielleicht nur desto unrichtigeres Urtheil, weil eSvon Männern gefällt wird, die in dieser Gegenwart selbst noch be-fangen waren, aber das demungeachtet nicht weniger auf die Zukunftübergehen, und unseren späteren Nachfolgern als Richtschnur dienen"wird, von der sie sich, als von einer sogenannten Wahrheit, über dieman bereits übereingekommen ist, nicht leicht mehr entfernen dürfen.Demungeachtet kann diese Volksstimme, diese einmal angenommeneöffentliche Meinung in vielen Fällen als ein sicherer Führer dienen.Wenigstens wird es schwer seyn, einen besseren anzugeben. Nur sel-ten vielleicht wird sie sehr weit und andauernd von der Wahrheitabweichen, und die Hoch- oder Mißachtung, die sie den in der mensch-lichen Gesellschaft hervorragenden Männern zu Theil werden läßt,wird in den meisten Fällen ihres guten Grundes nicht ermangeln.Aber, so mächtig auch diese Stimme auf die Welt- und Völkergeschichteeinwirkt, für die Literargeschichte ist sie von sehr geringem Wertheund beinahe für ganz stumm zu halten, und die letztere muß daheraus diesen Führer gänzlich verzichten. Dies ist aber nicht als einNachtheil, sondern vielmehr als ein großer Vortheil zu betrachten,dessen sich die Geschichte der Wissenschaften vor allen anderen Ge-schichtbüchern zu erfreuen hat. Denn, wenn sie nicht mehr, wie dieseanderen, die Erzählungen der Zeitgenossen von den Thaten, die ihrehandelnden Personen vollführt haben, vor sich hat, so liegen dafürdiese Thaten selbst auf ihrem Tische. Diese Thaten sind aber dieSchriften, welche jene Personen hinterlassen habe«. Die großenConceptionen, die fruchtbringenden Ideen, die bewunderungswürdigenEntdeckungen, deren Urheber diese Männer sind, wurden uns nicht,gleich den Schlachten jener Eroberer, entstellt von früheren Erzählern,durch Tradition überliefert, sondern sie selbst liegen, ungetrübt vonfremdem Einfluß, vor unseren eigenen Augen, und weit entfernt, nurvon ihnen zu lesen, was andere über sie geschrieben haben, lesenwir vielmehr sie selbst, und in ihren eigenen Schriften verneh-men wir noch die himmlischen Töne mit unserem geistigen Ohre,