Band 
Dritter Band.
Seite
381
JPEG-Download
 

IVIiervell, Histor^ ot inäuct. Sciences. 381

Dinge, sondern nur die derjenigen Dinge aussuchen, die wir berührenkönnen. So gehören demnach vie Gegensätze „schwarz und weiß,süß und bitter u. dgl." nicht hieher, da diese Dinge nicht dem Tast-sinn unterliegen. Dieser letzten aber sind in allen sieben, nämlich:1) Kalt und warm, 2) trocken und feucht, 3) schwer und leicht, 4)hart und weich, 5) fett und mager, 6) rauh und glatt, 7) dick unddünn. Von diesen sieben werden nun alle, bis auf die zwei ersten,verworfen, aus Ursache, weil z. B. schwer und leicht nicht active,sondern nur passive Eigenschaften seyn sollen u. dgl., und weil über-haupt alle übrigen nur aus jenen zwei ersten combinirt sind, so daßalso bloß die zwei ersten übrig bleiben, nämlich die vier Hauptquali-täten der Körper: ^ kalt, 8 warm, 6 trocken und 0 feucht. — Nungebe eS aber zwischen vier Dingen sechs Combinationen zu zwei, näm-lich ^ 8, ^ L, ^ O, 8 L, 8 0 und L 0. Aber davon müssen diejeni-gen Combinationen, die einander entgegengeseße Dinge enthalten, weg-gelassen werden. Dieser sind aber zwei, nämlich ^ 8 oder warm undkalt, und L U oder feucht und trocken. Wir haben demnach nur vierCombinationen, und diese sind offenbar die vier elementaren Körper,aus welchen die ganze Welt zusammengesetzt ist. Nämlich daS Feuerist warm und trocken, die Luft ist warm und feucht, daS Wasserist kalt und feucht, und die Erde endlich ist trocken und kalt." tz.L. 0.

Unter den verschiedenen technischen Ausdrücken, die Aristotelesaufgebracht hat, ist bekanntlich daS Wort besonders berüch-

tigt. Er braucht es zu seinen Definitionen von der Seele und vonder Bewegung. Die Seele, sagt er, ist die Entelechie eines natür-lichen Körpers, der durch seine innere Kraft Leben hat; und die Be-wegung ist die Entelechie eines beweglichen Körpers in Beziehungauf seine Bewegbarkeit. Die Nachfolger deS Stagiriten haben diesesWort auf die mannigfaltigste Weise übersetzt, und einige derselbenerklärten es geradezu für unübersetzbar. Einige brauchten dafür ^clio,^otus, primus aotus, ipse cursu8 setlonis u. s. w. Budäuö übersetzteö mit elllesoig. Cicero setzt dafür (luso. Ouaost. I. 10) die Peri-phrase: Oussi qusnäöm oonlinualsm motionem et perennem. Hermo-lauS BarbaruS endlich erzählt, daß er die Uebersctzung dieses Wortesfür so schwer gehalten habe, daß er einstens mitten in der Nacht denTeufel um Hülfe anrief. Der alte Spötter erschien auch wirklich aufden Ruf, aber er sagte ihm ein Wort, das noch viel dunkler undunverständlicher war, als jenes. Am Ende mußte Hermolaus sich