Band 
Dritter Band.
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>VbsrveII, Uistorx ok inäuet. 5eieneo». 389

sie dem Aristoteles ihre Theorie vorlegten, und sie mit Hülfe desletzter» noch weiter verbesserten. Auch scheint man damals schon be-merkt zu haben, daß die Bewegung der Sonne und besonders diedeS Mondcö keineswegs ganz gleichförmig sey, wie man wohl früherglaubte, daher man die neue epicyklische Hypothese auch auf diese' beiden Gestirne anzuwenden suchte. Uebrigcnö ging man dabei, wienatürlich, von der einfachen Voraussetzung auS, daß die Bewegungder Planeten in ihrem Epicykel, und die des Epieykclü in dem deferi-rendcn Kreise durchaus gleichförmig sey. Diese Gleichförmigkeitder Bewegung im Kreise, als in der vollkommensten und daher derNatur angemessensten aller krummen Linien, die hier, der Einfachheit>> wegen, angenommen wurde, setzte sich später, bis zu Kcplcr'S Zeiten, alsobeinahe durch zwei volle Jahrtausende, so fest in allen Köpfen, daß sieallmälich für ganz unüberwindlich gelten mußte. Es ist dieß ein merkwürdi-ges Beispiel, wie die dem Menschen eigenthümliche Vorliebe zur Einfachheitund Symmetrie, die die Quelle beinahe aller unserer großen EntdeckungenM> Wahrheiten ist, auch oft der Ursprung deü Irrthums, deS langeund hartnäckig festgehaltenen Irrthums seyn kann. Schon die Pytha-goräer, und später alle anderen philosophischen Schulen der Griechenstimmten einmiithig darin übcrcin, daß die Bewegung der Planetengleichförmig seyn und in Kreisen vor sich gehen müsse. „DieseWeisen," sagt GcminuS, „konnten keine Unordnung irgend einer Artunter den himmlischen und ewigen Dingen zugeben, wie daß sie sichz. B. bald geschwinder, bald langsamer, bald auch gar nicht bewegensollten, da man so ungeregelte Bewegungen nicht einmal einem aufOrdnung und Schicklichkeit sehenden Manne erlauben würde. Zwarwird der Mensch oft durch äußere Verhältnisse gezwungen, seinenGang zu ändern, aber in der incorruptiblcn Natur der himmlischenWesen läßt sich kein Grund von solchen Aenderungen auffinden. Dahermuß das Problem nach Plato so gestellt werden: „Wie läßt sich diebeobachtete Bewegung der Planeten mit der gleichmäßigen und kreis-förmigen Bewegung derselben vereinbaren."

Nach Aristoteles (Metaphysik XI. 8) gab Eudor jedem Planetenvier Sphären (Ringe oder Kugelschalen). Die erste Sphäre drehtesich täglich mit den Fixsternen um (und dies gab die tägliche Bewe-gung des Planeten von Ost gen West); die zweite Sphäre gab demPlaneten seine Bewegung längs der Ecliptik (die mittlere Bewegungin Länge), die dritte hatte ihre Are senkrecht auf die Ecliptik (wodurchdie geocentrische Ungleichheit deö Planeten dargestellt wurde), und die