Band 
Dritter Band.
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kann. Unsere ersten großen Schritte zur Erkenntniß verlieren dadurchnicht, daß sie nicht zugleich die letzten sind; diese letzten wären ohnejene ersten unmöglich gewesen, und der Ansang einer Reise durch sounwegsame Gegenden fordert wohl nicht weniger Kraft und Ausdauer,als das Ende derselben. DaS Wahre an der Theorie Hipparch's istdie Auflösung der scheinbaren Bewegungen der Himmelskörper in eineAnzahl von einfachen kreisförmigen Bewegungen. Das Zeugniß vonder Wahrheit und Wirklichkeit dieser Resolution geben die astrono-mischen Tafeln, mit denen uns Hipparch beschenkt hat, und diemit dem Himmel so gut, als man damals nur erwarten konnte, über-einstimmen. Die Basis, auf der diese Tafeln erbaut sind, ist die gleich-förmige Bewegung der Planeten in Kreisen. Diese Basiskann fetzt immerhin falsch genannt werden, aber irgend eine Basismußte gewählt werden, um die Theorie und die Berechnung daraufzu gründen, und man wird nicht läugnen, daß die, die man gewählthat, die einfachste und natürlichste ist, die man wählen konnte. DaSeigentliche Verdienst dieser Theorie läßt sich mit folgenden Wortenausdrücken: „Sie hat aus einigen wenigen Beobachtungen die Ele-mente gegeben, durch welche man alle Beobachtungen der vergange-nen und künftigen Zeiten mit der damals geforderten Genauigkeit dar-stellen konnte." Wenn man diese Auflösung von Bewegungen, die inder That elliptisch und ungleich sind, in lauter gleichförmige Kreisbe-wegungen tadeln will, so fragen wir, was haben denn die neuerenAstronomen, bis auf unsere eigenen Tage herab, anderes gethan? Alleunsere mathematische oder astronomische AnalysiS besteht ebenfalls inder Auflösung der ungleichförmigen Bewegungen in Glieder einerReihe, deren fedes im Grunde ebenfalls nur eine partielle kreisför-mige Bewegung darstellt, da fedeö dieser Glieder durch Sinus undCosinus, d. h. durch gewisse technische Mittel der KreiSmcssung, oder dergleichförmigen Bewegung im Kreise, dargestellt wird, indem auch wir,wie ehedem die Griechen, voraussetzen, daß die kreisförmige Bewegungein constantcS Verhältniß zur Zeit habe, und daß sich alle krummeLinien in kreisförmige Elemente, und alle Bewegungen, in ihren klein-sten Theilen, auf gleichförmige Bewegungen zurückführen lassen, sodaß also das Problem, die himmlischen Bewegungen in lauter gleich-förmige, und die von ihnen beschriebenen Bahnen in lauter kreisför-mige aufzulösen, dieses Problem, das vor zwei Jahrtausenden in denSchulen von Plato und Aristoteles vorgelegt wurde, auch fetzt nochdie ersten Astronomen unserer Zeit beschäftigt. Auch haben wir keine