Band 
Dritter Band.
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! dienen, die er dieser neuen Periode in der Literargcschichte voraus-schickt. — „Wir haben," sagt er, „schnellen Schrittes die großeWüste durchwandert, die sich in der Geschichte der Naturwissenschaftenauf die düstern Zeiten gelagert hat, die seit dem Verfall des römi-schen Reiches bis zum Wicdercrwachen des menschlichen Geistes bei-nahe durch ein volles Jahrtausend hingezogen sind. Damals, als diealten Formen der Gesellschaft und des Staatenlebens von den ver-weichlichten Eingebornen und von wilden Barbaren zerstört wurden,brach auch die alte Denkkrast zusammen, und mit ihr verschwand alleKlarheit des Gedankens, alle Festigkeit der geistigen Thätigkeit derMenschen. Dieser Verfall des Geistes erzeugte bald eine knechtischeBewunderung des besseren Genius der verflossenen Zeiten, und, durchsie, jenes Heer von schaalen Commentatoren der Werke der Alten.Daö Christenthum hat die Wahrheit auf den Thron gesetzt, aber dieseWahrheit wurde mißverstanden, und die Unwissenheit, die geistige Ser-vilität der neuen Zeit vermischte jenes Geschenk des Himmels mit demSystem der Dogmatik, und die dem Menschen angeborne Liebe zurForschung, die keinen festen und erlaubten Boden für ihre Thätigkeitfand, verirrte sich in die finsteren Regionen des Mysticismus. —Endlich aber, nach einer beinahe tausendjährigen Nacht, begann derZauber, der bisher auf aller Augen gelegen hatte, zu verschwinden,und dem neuen Reiz zu wahren Erkenntnissen, zum eigentlichen Fort-schritte ihrer Stelle zu überlassen. Die vage Unbestimmtheit allerIdeen, dieses charakteristische Kennzeichen des Verfalls im Mittelalter,wurde zuerst durch die, wenn gleich damals noch schwache Kultur der-jenigen Wissenschaften entfernt, die am meisten zu diesem Zwecke ge-eignet sind, durch Mathematik und Astronomie. Wie aber das gei-stige Auge deS Menschen klarer zu sehen, wie es die Wahrheit inihrer Schöne deutlicher zu erblicken begann, wendete eS sich auch so-fort weg von jenen werth- und inhaltlosen Controvcrsen über bloßeMeinungen, und wie die eigentliche Wissenschaft sich erhob, sank dieSucht der Commentation. Man wollte nun selbst sehen, selbst finden,und nicht mehr bloß nachbeten, was Andere gesehen und gefundenhatten, und noch weniger sich die Ansichten Anderer als Gesetze deseigenen Denkens vorschreiben lassen. Mit der blinden Bewunderungder Alten verwarf man auch den bloß passiven Gehorsam gegen ihreSysteme, und als der Geist der sklavischen Commentation einmalauSgetrieben war, wurde ihm auch jener deü SchuldogmatiSmus nach-geschickt, und, einmal überzeugt, daß auch sie selbst, ohne fremde