Band 
Dritter Band.
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Wbevvell, klistorx ol inäiet. Sciences.

Ich denke, so wie die irdischen Körper gegen den Mittelpunkt derErde zu gehen streben, so werden wohl auch die Sonne, der Mondund alle übrigen Himmelskörper ähnliche Eigenschaften haben, ohne ,daß deßwegen einer von ihnen der Mittelpunkt des Universums seyn -müßte. — Näher tritt dieser Frage schon Kepler allerdings auf seine !ihm ganz eigenthümlichen Weise: Wir müssen, sagt er in seinemUM. 6osmoZ,-sp!>ieum, xineS von zwei Dingen annehmen: entwederdaß die die Planeten um die Sonne bewegenden Geister in größeren !Entfernungen von der Sonne schwächer werden, oder daß in der >

Sonne selbst ein solcher bewegender Geist ruht, dessen Wirkungen !

aber ebenfalls in größeren Distanzen von der Sonne immer schwächer !werden. — Schon in diesem Werke, und später selbst durch sein gan- >zeS Leben verfolgte er mit seltener Beharrlichkeit und Scharfsinn die ,Idee: daß zwischen den Distanzen der himmlischen Körper, zwischen !den Zeiten und den Räumen, welche sie in diesen Zeiten zurücklegenu. s. w., gewisse 'arithmetische oder geometrische Verhältnisse Statthaben müssen, und diese aufzusuchen, wandte er alle seine nicht geringe

Kraft des Geistes an. Mehrere Schriftsteller der neuesten Zeit ha- ^

ben Kepler getadelt, daß er sich der Einbildungskraft zu sehr aufeinem Felde überließ, wo ^er „bloß dem richtig berechnenden Ver- ^

stände hätte folgen sollen, und sie hielten das von ihm hierin gegebene >

Beispiel für um so gefährlicher, da eS glücklicher Weise zu so großenund glänzenden Entdeckungen geführt hatte. Unser Verfasser suchtihn von diesem Vorwürfe zu befreien, weil die ihn bei seinen Speku-lationen leitende Idee nicht nur richtig, sondern auch zugleich sehrscharfsinnig war, und weil Entdeckungen solcher Art nicht leicht ohneeine gewisse Kühnheit gemacht werden können. Endlich ist es auch inhohem Grade belehrend für uns, all die Wege und Abwege kenne»zu lernen, auf welchen dieser große Geist zum Ziele gelangt ist. SeineWerke zeigen uns offen das gewöhnliche, obschon etwas karikirte Ver-fahren des erfindenden Talents, während die meisten andern ihrefrüheren Abwege und Irrthümer sorgfältig vor uns zu verbergen suchen. !Wenn manche von feinen gewagten Ideen uns, mit unseren weitervorgerückten Kenntnissen, abenteuerlich erscheinen, so sind doch auchviele, zu deren Aufstellung ein nicht gewöhnlicher Scharfsinn gehörte,in der Folge der Zeit auf das schönste bestätigt worden, wie z. B. die Rota- ^tion der Sonne um ihre Are, die Bemerkung, daß die Schiefe der Eclip-tik schon seit langem in Abnahme begriffen ist, aber später wieder ineine Zunahme übergehen wird «. s. f. So schön und wohlgetroffen