»IievsII, Ilistor^ ok inäuct. Sciences.
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nicht die Kegelschnitte erforscht, so würde Kepler den Ptolemäusnicht besiegt haben; und hätten die Griechen auch die Mechanik erfun-den, so würde Kepler seinem großen Nachfolger Newton den Preisder schönsten Entdeckung geraubt haben.
Bei den Griechen fanden wir bloß einige Elementarsätze derStatik, während sie die Mechanik ganz unberührt ließen. Archimedhatte die Lehre von dem Hebel in's Reine gebracht, und ihr einigeSätze von dem Schwerpunkt und den Grundsatz der Hydrostatik hin-zugefügt. Aber von ihm, bis zu Galilei, d. h. durch volle vierzehnJahrhunderte, wurde in dieser Angelegenheit nichts mehr geleistet. Er,der außerordentliche Mann, hatte die dichten Wolken,' die den mensch-lichen Geist bisher verfinstert hatten, auf einen Augenblick zertheilt,aber gleich hinter ihm schloß sich der Nebel wieder und verwandeltesich in eine lange, dunkle Nacht.
Der Verfasser gibt uns zuerst die, meistens verunglückten, Ver-suche über die Lehre von der schiefen Ebene und dem Keil'zuEnde des sechzehnten Jahrhunderts von Cardan, Ubaldi, Michael,Varro, Jordan Nemorarius, Tartalea u. A. Daö erste Werk derNeueren, welches eine richtige Ansicht über die ersten Prinzipien derStatik enthält, war das von Stevinus aus Brügge: „LeZliinsslsnäsr WssZliconst," „AnfangSgründe der Gleichgewichtslehre," das imJahre 1586 erschien, und das den eigentlichen Grund zu unsererStatik legte. Die ersten Grundsätze der Mechanik aber, oder dieLehre von der Bewegung, wurden von Michael Varro aus Gens(Irsotstus äs Uotll 1584) und besonders von Galilei Dells SolennelVIsoksniolis 1592) gelegt. Die Vorgänger dieser beiden Männerkämpften immer nur mit den Aristotelischen Lehren von der Bewe-gung, von denen sie sich nicht lossagen konnten, und die Hauptursache,warum sie zu keiner reinen Ansicht des Gegenstandes kommen konnten,war ihre Unkenntniß des sogenannte» Gesetzes der Trägheit. Sienahmen alle an, daß, sowie Bewegung nicht ohne Kraft entstehenkönne, auch eine fortdauernde Bewegung eine ebenfalls fortwährendeunmittelbare Einwirkung der Kraft erfordere. Auch selbst Keplerkonnte sich von diesem Vorurtheile nicht loS machen, wie er denn dieKräfte, welche die Planeten bewegen, stets nur in der Richtung derTangenten der Bahn, nie aber senkrecht auf diese Richtung, ange-nommen hat. Sehr gut zeigt der Verfasser Seite 19 deS Vol. II-,welcher wesentliche Unterschied zwischen den Bedeutungen war, dieKepler und Newton mit dem Worte Kraft verbanden. Die «nglück-Littrow III. 26